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Bar Kochba · 1921-01-01 · Heft 13 · p. Seite 195

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 13
Date
1921-01-01
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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Viehzeug ersäufen. Vir sag ich das, damit Vu Dich auf die große Flut vorbereitest. Der Kluge Mann baut vor, Vu bist nun gewarnt." Mit einem kühnen Sprung war das Männlein verschwunden. — Noah erwachte und rieb sich stöhnend die Bugen. „was man alles für dummes Zeug träumt, wenn man vier Glas Wein getrunken hat." . Er ging wieder hinunter. Bis sein Blick auf das Barometer fiel, kam es ihm vor, als streckte der Zeiger warnend einen Finger empor, und wie vorher zeigte er auf „Regen und Sturm." Er wurde nachdenklich. „Gb wohl im wein Wahrheit liegt-' hat mir vielleicht der liebe Gott den Traum geschickt, um mich vor Unheil zu bewahren? Wie sagte das Männlein? Der Rluge baut vor. Gut, ich will mich vorbereiten." Noah ging ins Wohnzimmer, wo seine Frau mit einer Näherei saß. „Weißt Vu, liebe Frau," sagte er mit gespielter Gleichgültigkeit, „Vu plagst mich jeden Sommer, daß vu einmal eine Schiffsreise Mächen möchtest. Ich habe beschlossen, für uns einen Sommeraufenthalt auf dem Wasser zu. schaffen; ich will ein Hausboot bauen, darin wollen wir alle, unsere Rinder und Enkel und auch die Haustiere, den ganzen Sommer zubringen. Nimm nur genug Proviant mit und alle Hausgeräte und ein paar Spielsachen für die Kleinsten Rinder, denn ich weiß noch nicht, wie lange wir fortbleiben. Ich will auch ein paar Beffchen, Papageien und Rätzchen mitnehmen, damit wir uns nicht langweilen." Frau Noah war eine tüchtige Hausfrau. Sie und ihre Schwiegertöchter trugen zusammen, was eine wohlgefüllte Speisekammer alles enthalten muß: Geseichtes und Gebratenes, viel Eier und Butter, Bäckereien und Pasteten, Dörr gemüse und Dörrobst, und ein paar Hühner und Gänse, Luten und Tauben, ein paar Ziegen und eine Ruh, damit die kleinen Rinder immer genug Milch haben sollten. Dann schafft« sie viel Garn und wolle an, für die großen Mädchen zum Weben und Stricken, und für die Rleinen Baukästen und allerlei Spiele, und auch zwei schöne Papageien, di« sprechen konnten, und ein paar drollige Beffchen. Und als sie alles fertig zufammengetragen hatte und hübsch verwahrt, damitnichts verloren ginge, da rief sic ihren' Mann, und zeigte ihm alles, und Noah war sehr zufrieden. Er selbst war inzwischen auch sehr fleißig gewesen. Bus seinem großen Rahn, mit dem er sich immer auf dem Flusse Brennholz und Getreide geholt halte (denn er selbst war ja ein Weinbauer) hatte er ein richtiges schönes Häuslein gebaut, mit Wohnzimmer und Schlafkabinetts und einen großen Raum für alle Tiere: denn er liebte die Tiere sehr »nü nahm von allen, die er nur erreichen konnte, ein paar mit in sein Hausboot. Im Reller waren die Vorräte und auf dem Deck ein hübscher Spielplatz für die Rinder. Dann trug er mit seinen Söhnen alle Vorräte auf den Rahn, den er seine „Brche" nannte, und sagte zu seiner Frau: „Ich bin fertig, wir können abfahren, wenn es sein muß." - Noch einige Tage war das Wetter gut, obwohl der Barometer weiter am tiefsten Punkt stehen blieb. Bber eines Morgen;, als Noah ausstand und aus dem Fenster .schaute, da fuhr er fast erschreckt zurück. 'Der Himmel hing voll schwarzer Wolken, die vom Sturme gejagt wurden, liegen schlug -an die Scheiben, und ein fernes Gewitter zog herauf, va ging Noah schnell zu denSeinigen ins Zimmer und sagte:

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