Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 16
- Date
- 1921-02-01
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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(Ein Purim st reich d e s Cfraj 1 m Gr e ideker Efrajim Greideker, der in Polen lebte, war ein berühmter jüdischer Schelm, wie ihn die Deutschen in Till Eulenspiegel besessen haben. Er zog mit einer Anzahl lustiger Gesellen, die er seine vachurim nannte, durch das Land und suchte Gelegenheit zu lustigen Streichen. Einmal kam er einer Abends mit seiner ltumpanei an einen jüdischen Pachthof. Sie Klopfen an, die Frau des Pächters sieht aus dem Fenster. „wer seid ihr, was wollt ihr?" „Ich bin ein berühmter Nebbe mit seinen Schülern. Gebt uns Nachtquartier und müde und hungrig." „Mein Mann ist nicht daheim, ich Kami euch nicht aufnehmen, geht auf den nächsten Hof, wo der Hausherr daheim ist!" Esrajim Greideker tut, als ob er sehr erstaunt und entrüstet sei. „Was, Euer Mann ist nicht daheim? Grade heute ist er unterwegs, geht seinem Geschäft nach? Ist es wohl zu glauben!" Aengstlich fragte die Frau, was denn daran so schlimm sei. „Za wiht ihr denn nicht, datz heute Tanit Esther ist und morgen Purim? wie kann euer MannheutverreiseniErmuh INegllle i euch doch die Megille yorlesen!" Die pächterfrau bekommt einen gewaltigen Schreck. Sie hat keine Ahnung, wann Purim ist. Sie glaubt dem Schelm aufs Wort. „Aber wäs soll ich denn da machen? wer wird'mir und den Bindern di- Megille vorlesen? G mein Mann, dieser Thamer! Er soll es aber zu hören bekommen, wenn er wiederkommi ". Efrajim beruhigt die Frau, wozu ist er denn ein berühmter Nebbe? Sie soll die Megille so schön zu hören bekommen, wie noch nie in ihrem Leben. Gesagt, getan. Efrajim Greideker liest die Megille und die Frau kocht, backt und brät, um die frommen Gäste mit einer echten und rechten Purim - Mahlzeit zu bewirten. Die schmausen und trinken nach Herzenslust, dann verabschieden sie sich, nachdem * ' . H sie die Kinber noch gelehrt haben, den Vater mit „Gut Purim" zu empfangen, wenn er heimkommt. Spät in der Nacht kommt der Pächter heim. In der Stube ist noch Licht, alle Ninder sitzen am Tisch. „Gut pürim! Gut Purim!" rufen sie ihm zu. Der Väter ist erst erstaunt, dann wird er wütend „Ihr habt wohl meschuggene Schwammen (Fliegenpilze) gegessen, he? Seit wann ist Purim im Januar?" Die Frau verteidigt sich: „Es war ein berühmter Nebbe | hier, der hat uns die Megille 9 oorgelesen. So und so hat er NI Gel,»»je ausgesehen." Nun weiß der Pächter öescheid. „Geh zu Veit, Frau", sagt er. „ich Habs doch immer gesagt: länge haare, kurzer verstand. Und deine haare sind besonders lang." 252