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Bar Kochba · 1921-02-01 · Heft 16 · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 16
Date
1921-02-01
Page
Seite 249 (sequence 9)
Language
German
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und wenn mojes noch einmal so schreie, dann käme er in den Zoologischen Garten zum Käuzchen, und mit dem könne er dann um die Wette schreien. Die Jungens sollten sich also melden, d. h. wen»? sie etwas sagen wollten,, so sollten sie sich zunächst einmal mit der linken Hand den Mund zuhalten, damit es nicht doch unversehens herauskäme, mit dem rechten Zeigefinger aber sollten sie ein Loch in die Luft bohren. Und wen Herr Ubraham bei Namen rief, der sollte die Hand vom Mund nehmen, aufstehen und antworten. Vas war alles sehr drollig und machte viel Spaß. plötzlich fing draußen auf dem liorridor eine große Glocke schrecklich zü bimmeln an, und man hörte das Geräusch von vielen hundert Füßen, welche die Treppe herunterstolperten. „Jetzt," sagte Herr Nbraham, „machen wir eine Pause. Die Pause ist dazu da, frische Luft zu schnappen und Frühstück zu essen. Nuf den Hof, dürft ihr noch nicht, dazu seid ihr noch zu klein, und die großen Jungen rennen euch über den Haufen." Dabei machte Herr Ubraham die Fenster auf, sodaß plötzlich der Lärm der Straße in das Zimmer drang. Und da war wieder etwas sehr Ulkiges. Auf der andern Leite der Straße war ein großes Kaufhaus, und durch die Scheiben Konnte inan in das Innere sehen, wo lauter junge Mädchen hinter großen Tischen standen und etwas verkauften. Ts war aber nicht viel zu tun, und als die jungen Damen sahen, daß die lilassenfenster geöffnet wurden, stellten sie sich an die Fensterscheiben und sahen herüber. Dabei drückten sie ihre Nasen ganz dicht an das Glas, und das sah furchtbar komisch aus. Wie es in der Schule nun weiter ging, brauche ich nicht zu erzählen. Nur daß in der zweiten Stunde, nachdem sie/das deutsche kleine i und das deutsche e gelernt hatten, Herr Ubraham sagte: „Nun setzt euchalle die Mützen auf,, jetzt wollen wir hebräisch lernen." Und nun lernten sie, wie i und e in jener sonderbaren Sprache aussahen, die Moses Pipenbrink bei Herrn Silbermann und in der Iudenkirche gehört hatte, und die er nun selbst lernen sollte. ■ . ’ 7. Kopilot ’ ■ ' •: in dem genau das steht, was der Leser auf den nächsten Seiten lesen wird. Die Schule dauerte für Moses jeden Tag nur zwei oder drei Stunden. Die übrige Zeit brachte er im Waisenhaus zu. Tins gefiel ihm bald ganz und gar nicht, nämlich, daß er nicht mehr auf der Straße spielen durfte 249

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