Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 10
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 157 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Herr Silbermann nahm seinen hohen Hut ab, bürstete ihn sorgfältig mit dem Rockärmel und stellte ihndann in einen Schrank Dafür nahm er dem Knochengespenst in der Ecke das rote Käppchen ab und stülpte es sich selbst auf den Kopf. Dann ließ er sich in dem großen Sessel nieder, der an der Seite -es Tisches stand, wo die Leuchter waren, schenkte wein in den Decher ein und fing wieder etwas in der fremden Sprache zu fingen an. Dann nahm er die seidene Decke von der Platte, und nun sah Nloses, daß darunter zwei schöne weiße Vrote lügend Tr schnitt ein paar Scheiben von dem Vrot ab, tat etwas Salz darauf,/ und nun Mußten die Jungen von dem wein und dem Drot kosten:' Dann ging David an den Ofen und holte aus der Ofenröhre allerhand gute Sachen, deren Duft den kleinen Moses plötzlich daran erinnerte, wozu er eigentlich hergekonnnen war. Erließ sich also nicht lange Zureden und aß' tüchtig, und Herr Silbermann legte ihm immer wieder auf, wenn sein Teller leer war. . ( 5 o r 1 \ c \$ u n 9 f o l o l.) Empfehle ns Die Geschichte „wohin der Golem die kranken 'Männer bringen lies;", die in diesem Heft steht, haben wir einem Märchenbuch von Irma Singer entnommen. (Es heißt: ■■•„•.Do§ verschlossene Buch" und ist im Verlag von n. Löwit erschienen. ' Irma Singer ist ein junge; jüdisches Mädchen in.Prag, eine Turnerin des Turnvereins. „Makkabi", der seinen Turnplatz hinter dem jüdischen Waisenhaus hat, in dem während des Krieges viele ellernlose» Jungen und Mädchen aus Polen und Rußland weilten. Ju diesen Kindern ging Irma Singer und erzählte ihnen Märchen und später wurden die ausgeschrieben und es entstand das Luch. Die Erzählungen sind schön, aber vier vilder sind in dem Luch — wer die versieht, bekommt 'nen Taler! erte vücher „Das Iudenrekmeil in Rom ' jtnnuni non dem bcriiij.niton jii0i|d)cn,. Sd^riftjtcilvr 3 $ r o e i 3 p n g w i 11, der in Lnglarid lebt, wir haben es aus' dem Bud o .. 13 ä a. ft c i n e " von Rolschild abgedrudtl. da s im Verlag von 3. Rauffmalln ifi 5rnrrlrurl a. IR. erschienen ist. (Es enthalt eine grosse 3ahl von Geschichten rrnd besonders viel Sdiil derungen aus 'der ■ jüdischen-vergan.gen.h.eiU Den älteren Bar Ücchbo tejern wild es viel 5rende machen. „Der Dukatendieb" ist ein Stadt aus dem Buche „ Und das Krumme wird grade" von $. 3. d g n a n, das lU a r S t r a u fi aas dem hebräischen überseht hat. Zur ttinder ifi es nicht geeignet, aber den (Eltern unserer £c|er empfehlen wir es mit besonderem Bpchdrudt als eines der besten neueren Bücher. (Es ist im Jüdischen Verlag er(d>ieuen.