Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 10
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Männer und Knaben, die nun abwechselnd mit dem Länger da vorn ein Lied zu singen schienen. Vas war alles ganz so ähnlich wie in der Kirche. Nur daß hier in einer fremden Sprache gesungen wurde, und daß es keine Orgel gab, die den Gesang begleitete. Nls das Lied bei seiner letzten Ztrophe angelangt war, drehten sich alle Leute um und verneigten sich gegen die Tür, sodaß es aussah. als ob dort irgend jemand hereinkäme, den man ehren wolle. Moses tat wie die andern und wqr sehr erstaunt, als niemand durch die Tür Kain, und die Leute sich wieder umdrehten. Tr wagte kein Wort zu reden, aber er mußte wohl Herrn Sübermann fragend angesehen haben, denn dieser beugte sich zu ihm herab und sagte: „Eben ist die Prinzessin Zabbath hereingekommen!" „)ch habe sie aber gar nicht gesehen," sagte Moses erstaunt und drehte sich schnell noch einmal uni, vielleicht, daß sie jetzt noch in der Tür stand. „Du kannst sie auch nicht sehen," antwortete Herr Zilbermann, „denn die Prinzessin ist für gewöhnliche Menschen unsichtbar, nur wenn man ein Glückskind ist, erscheint sie einem einmal im Leben."-Moses Machte große Bugen. Bber er nahm sich jetzt noch mehr zusammen, saß ganz grade da und sah starr und steif geradeaus. Venn so viel wußte er schon, daß man sich besonders gesittet benehmen muß, wenn eine Prinzessin da ist. Aber ganz tief Irinnen in seinem Kerzen sagte er sich doch, daß es sehr dumm wäre, daß all diese Leute in einer spräche sangen und beteten, die er nicht verstand. Endlich war der Gottesdienst zu Ende. Ganz zuletzt geschah noch etwas, was den kleinen Moses, sehr interessierte. Der Zanger stellte sich nämlich auf ein erhöhtes Pult, das in der Mitte stand, nahm einen, großen silbernen Becher in die Hand, in den ein anderer Mann wein hineingoß, und dann kamen alle kleinen Jungen, die da waren, stellten sich um den Länger herum, und nachdem er ein Lied gesungen hatte, gab er jedem von ihnen zu trinken. Moses Pipenbrink machte dabei große Bugen. Da beugte sich Herr öilbermann wieder zu ihm und sagte: „wenn du wieder einmal mit uns hierher kommst, darfst du auch mit den Kindern nach vorn gehen und wein trinken." va erhoben sich plötzlich alle Leute, reichten einander die Hände, sagten sich ein paar Worte und gingen dann fort. Herr Zilbermann gab seinem