Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 10
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Bi 16 er aus b er j ü dis ch e n v e r g an ge n h eil Das Iuöenre Karneval iti Horn. Die Strafen leuchteten in allen Ne^enbogensarben von luintem Tand und Hallten wider von dem Geschrei und Gelächter der Menge, die durch einen riesigen Fremdenzuzug noch vollzähliger war Aus den $en|ter?i und non den Dächern warfen ausgelassene l)ände l)onig und faule Tier und gossen Schmutzwasser und spgar siedendes Mel auf die Fußgänger und Reiter herab * Sie trieben ihren Spott mit menschlichen und mit gdltUchen Dingen. 3» solcher Zeit mochten die Juden wohl Grund haben zu zittern, waren sie doch den Lhristen aus* geliefert, die toll waren vor tust. 3 mm er schon Gegen stau d des Witzes, dienten sie zu Ka rnevalszei ten noch besonders der Spott - luft; Man riß ihnen die t)üte ab und warf ihnen Kot ins Gesicht. Lim 3. Tage des tollen Treibens sollte den 3uden die schlimmste Erniedrigung zuteil werden, denn das war der Tag der 3udenrennen. Der Morgen dämmerte Herauf, klar und kalt, aber bald ballten sich Wolken zusammen, und die sich drängende, jubelnde Menge begrüßte mit Freuden die Aussicht auf liegen. Lin dem Vogen von San torenzo in der langen, langen Straße Dia Torso, wo von den Torwegen, den Fenstern. Dächern und dem Pflaster Tausende von Gesichtern in neugieriger Spannung herabschauten, war auch etwa ein halbes Dutzend 3uden Unl dl^ Nlltl? äcs 15, Jahrhunderts kvmld vapll 'Paul 11 da 5 j og e n an n ) »f den re n n c n »in.it fuhrt / . . -3"' ersten Tagen der Uarneval tiefen Nnaben. junae Männer und Greise um die Ivette, al'cr freiwillig 'vann folgte das Nennen der Pfetde. hojMeft. vüffet und Esel ivn dritten Cäge mußten die verachteten )ud^ft . halbnackt, unter den, Hohn der Menge um die Wette lausen inen in Nom*) unter der Menge. Eben war ihnen ein gutes Mahl verabreicht worden, aber sie blickten nicht gerade dankbar. Fast nackt, nur mit einem weißen Mantel bekleidet,' was unschicklich und komisch zugleich aussah, geschmückt mit Flitter und Lorbeer,, standen sie zitternd da und. harrten des Kommandos: „tauft!", um Spießruten durch diese übelwollende Menge zu laufen, die sie mit dem lang aufgespeicherten Gift bespritzte, in der es gärte von hohn und Boheit. Endlich gab ein hauptmauit zu Pferde das Zeichen, und unter dem lebhaften Freudengeschrei der Menge begannen die halbnackten Gestalten mit kummervollen Gesichtern de,, wilden lvettläuf. .Die Engelsburg war das Ziel. Schnell, schnell rannten die Läufer, denn je früher das Ziel erreicht war, um je eher waren sie ja von diesem Hagel von Spottreden, mit dem sich der schwerer Steine mischte, befreit und erlöst von den Stacheln, mit denen oft die Stöcke der Zuschauer besetzt waren, und die diese lebhaft gebrauchten, erlöst von der Beobachtung der seinen Leute, die dem Bennen trotz des Verbots von ihren Kutschen aus zuschauten. Um ihren tauf noch anzutreibe», galoppierte der. hauptmänn zu Pferde mit eine»! Trupp bewaffneter Soldaten hinter ihren Fersen her, so das; sie Gefahr liefen, niedergeritle» zu werden. Und sie liefe» und liefen, pustend, mit herzklopfe»,- in Schweiß gebadet, als könnte sie jeden Bugendick der Schlag rühren, denn zu dem Zwecke, das; sie beständig vor Seitensrichen zusammenzubrechen drohten, hatte sie der vorzügliche Festordner vorher mit Essen vollgestopft. Plötzlich brach das Unwetter los. herrliche Zugabe für das Fest und ergoß sich lustig aus die halbnackten Läufer, vorwärts, vorwärts eilten sie,