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Bar Kochba · 1920-11-01 · Heft 9 · p. Seite 132

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 9
Date
1920-11-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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zeln zu holen, statt viele auf einmal in seinem langen Kaftan mitzunehmen. (Er mußte so beständig auf und nieder klettern, und es war gar nicht abzusehen, daß er auf diese Weise überhaupt jemals alle vierhundert Latten an ihren (Drt bringen würde. Der 3ar wurde deshalb ungeduldig. „vummkopf," schrie er (so nennt man in Rußland meistens die Bauern), „Du solltest Dich tüchtig beladen mit Deinem Holz und dann auf die Kirche kriechen, das wäre bei weitem einfacher." Der Bauer, der gerade unten war, hielt die Hand über die Augen und antwortete: „Das mußt Du schon mir überlassen, 3ar Iwan Wässiljewitsch, jeder versteht sein Handwerk am besten,- indessen, weil Du schon hier vorbeireitest, will ich Vir die Lösung der drei Rätsel sagen, welche Du am weißen Stein. gar nicht weit von hier, wirst wissen müssen." Und er schärfte ihm die drei Antworten der Reihe nach ein. Der Zar konnte vor Staunen gar nicht dazu kommen, zu danken. „Vas soll ich Dir geben zum Lohne!" fragte er endlich. „Nichts," sagte der Bauer, holte eine Latte und wollte auf die Leiter steigey. „halt," befahl der Zar, „das geht nicht an, Du müßt vir. etwas wünschen." - „Run, Väterchen, wenn Du befiehlst, gib mir eine von den zwölf Tonnen Goldes, welche Du von den Fürsten im Grient erhalten wirst." - „Gut," nickte der Zar. „Ich gebe vir eine Tonne Goldes." Dann ritt er eilends davon, um die Lösungen nicht wieder zu vergessen. ••; Später, als der Zar mit den zwölf Tonnen zurückgekommen war aus dem Grient, schloß er sich in Moskau in seinem Palast, mitten im fünftorigen Kreml, ein und schüttete eine Tonne nach der andern auf die glänzenden Dielen des Saales aus, so daß ein wahrer Berg aus Gold entstand, der einen großen schwarzen Schatten über den Boden warf. In Vergeßlichkeit hatte der 3er auch die zwölfte Tonne ausgeleert. Tr wollte sie wieder füllen, aber es tat ihm leid, so viel Gold von dem herrlichen hausen wieder fortnehmen zu müssen. In der Nacht ging er in den Hof hinunter, schöpfte feinen Sand in die Tonne, bis sie zu drei Vierteilen voll war, kehrte leise in seinen Palast zurück, legte Gold über den Sand und schickte die Tonne mit dem nächsten Morgen durch einen Boten in die Gegend des weiten Rußland, wo der alte Bauer seine Kirche baute. Als dieser den Boten kommen sah, stieg er vom Dach, welches noch lange nicht fertig war, und rief: „Du mußt nicht näher Hammen, mein Freund, reise zurück samt Deiner Tonne, welche drei vierteile Sand und ein knappes Vierteil Gold enthält: ich brauche sie nicht. Sage Deinem Herrn, bisher hat es keinen verrat in Rußland gegeben. Tr aber ist selbst daran schuld, wenn er bemerken sollte, daß er sich auf keinen Menschen verlaßen kann; denn er hat nunmehr gezeigt, wie man verrät, und von Jahrhundert zu Jahrhundert 132

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