Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 8
- Date
- 1920-10-01
- Page
- Seite 121 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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daß er sofort merkte, dieser Herr Silbermann müsse etwas ganz besonderes sein. Kn allen Wänden standen lange, dunkelgebräunte Bücherregale, die bis zur halben Höhe des Zimmers hinauf reichten, und auf denen hunderte von großen und kleinen Büchern dicht gedrängt nebeneinander standen. Aber damit nicht genug, lagen auf einem großen Tisch, auf ein paar Zlühlen, ja sogar auf dem Fußboden ganze Berge von Büchern, sodaß man sich kaum in der Stube bewegen konnte, ohne sie umzuwerfen. Kber für Bücher hatte unser Möses gar kein Interesse. Was seine Blicke gefangen hielt, und ihn so überraschte, daß er mit weit geöffnetem Wunde dastand und das dümmste Gesicht machte, das waren eine Unmenge von Waffen und anderen Kriegsgeräten. die über den Bücherregalen an den Wänden hingen. Da gab es große Bogen aus starkem braunen Holz, die so straff gespannt waren, daß man glauben mußte, sie würden springen, und daneben hingen viele Pfeile, I die einen fast so lang wie ein ausgewachsener Mann, andere wieder viel kleiner, die einen nur aus zugespißtem Bohr, andere wieder mit einer Eiscnspiße, die viele Widerhaken hatte, und die, wie Moses meinte, sicherlich vergiftet waren.. Kn einer anderen Wand wiederum hingen seltsame Gewehre mit langem Kohr und silberbeschlagenem Kolben, dazwischen große Keiterpistolen und kreuzweise übereinander gebunden zwei Schwerter, deren Klingen so gebogen waren, wie die Mondsichel Ts gab aber noch weit aufregendere Dinge zu sehen, va, wo in anderen Stuben gewöhnlich die Lampe hängt, schwebte an einer Kette ein mächtiger ausgestopfter Vogel mit weit ausgebreiteten Flügeln, der sich im Luftzug hin- und herbewegte, sodaß es fast aussah, als schwebe er lebendig über den Köpfen der Leute, die in der Stube saßen. Das furchtbarste aber stand in einer Ecke. Das war ein ganzes menschliches Gerippe. Man hatte ihm ein seidenes Tuch wie einen Turban um den Kopf geschlungen, eine Pferdedecke trug es wie einen Mantel und in der einen Knochenhand hielt es einen ungeheueren Spieß. So sah es aus wie eine Schildwache aus einer anderen Welt, und Moses Pipenbrink mußte sich sehr zusammennehmen, um nicht vor Kngst mit den Zähnen zu klappern. Inmitten all dieser Herrlichkeiten aber saß Herr Thajim Silbermann vor einem großen Tisch, der so mit Büchern bepackt war, daß nur sein 12!