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Bar Kochba · 1920-09-01 · Heft 6 · p. Seite 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 6
Date
1920-09-01
Page
Seite 91 (sequence 11)
Language
German
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Recht und Brauch Ko sch Haschanah trage» als die beiden höchsten jüdischen Feiertage den Namen „Zomim norgim" d. h. „ehrfurchtgebietende Tage", während . alle übtigen Feste eine doppelte Bedeutung haben, eine religiöse und eine geschichtliche, sind diese beiden Feste ausschließlich dazu bestimmt, Gott als den Schöpfer der Welt^ den Lenker aller Geschicke und den Herrscher Israel; zu verherrlichen. Nasch haschanah, das Neujahrsfest, heißt auch Jam hasikaron, Tag der Erinnerung; Jam haddin, Tag des Gerichts: und vor allem Iom t'ruah, Tag des Lärmblasens. Venn nach der Uebcrlieferüng wird an diesem Tage von Gott Gericht gehalten. In einem hauptgebcl dieser Tage heißt es: „Nni Nasch haschanah wird ausgeschrieben und am Jam Bippur wird besiegelt, wieviele vergehen werden und wieviel erstehen werden, wer durch Feuer endigen wird und wer durch Wasser, wer durch das Schwert und wer durch Hunger". Vas Schicksal der Menschen wird am Nasch haschanah best mint, aber es ist nach jüdischer Anschauung nicht unabwendbar: „Buße, Gebet und' Mildtäiigkcil können den schon verhängten Nichterspruch abwenden." Nus diese Feste bereitet man sich lange vor. Schon eine» vollen Monat vor Nasch haschanah, vom l Elul an, wird in der Synagoge das Schofar geblasen: Vas Scholar ist ein Widderhorn, ein Instrument, das einen lauten, weithin hallenden Ton von sich gibt, und das zu jenen Instrumenten gehört, mit denen im Tempel während des Gpferns Musik gemacht wurde, Buch im jüdischen Feldlager war das Schofar bekannt: wir brauchen nur an die Einnahme Jerichos durch Jehoschua iIasuas zu denken, bei der V"! und )om Kippur vom Ton der Zchofaroth die Mauern einstürzten. Vas Blasen des Schofars ist nicht leicht und will gelernt sein, denn es besitzt Nicht etwa ein luundstück, wie die Trampele oder das Waldhorn, sondern ist einfach ein grade gebogenes, hohles Horn. ver Schafarklang soll die Jude» daran mahnen, sich aus den I m haddin. de» Gerichtstag, oorzubereiten. In der wache vor Bosch haschanah und. zwischen diesem und Jom Kippur geht man zu ganz früher ' Morgenstunde schon zur Synagoge und sagt „S'lichoth", das sind Gebete, in denen Gott als weltenrichtcr um Vergebung gebeten wird. Nm Vorabend de; Festes, nach dem Gottesdienst, findet sich die Familie zu besonders festlichem Mahle zusammen: hierbei soll man nach altem Brauch Nepsel mit Honig essen, ein Gebot, das besonders von den Bindern mit großem Eifer erfüllt wird. Dabei sagt man einen Segensspruch, in dem man die Hoffnung ausspricht, daß das Kommende Jahr „ein IahrvesFriedens ein „süßes Jahr" werde daß gleichsam das ganze Jahr so süß schmecken möge, wie Bpsel mit Honig. In vielen Gegenden ist es auch Sitte, daß die Binder an diesem Nbend ihren Eltern „Glückwunschhogen" unter die Serviette legen, in denen sie mit ihrer schönsten Handschrift ausgeschrieben haben, was sie den Eltern Schönes wünsche» und wie artig sie in Zukunft sein wollen. Nm Nasch haschanah-vormittag dauert der Gottesdienst sehr lange, ver Vorhang und Veckenschruck der Synagoge ist ganz weiß. Und die Männer tragen über ihren Bleidern den ..Sargenes". das Tötengewand Buch die Frauen pflegen an diesen Tan n sich weiß zu kleiden.

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