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Bar Kochba · 1920-09-01 · Heft 6 · p. Seite 88

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 6
Date
1920-09-01
Page
Seite 88 (sequence 8)
Language
German
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segelte Moses zwischen Elektrischen und Automobilen mutig hindurch. Am schönsten aber war und blieb es doch in der engen Straße, in der er wohnte. Man brauchte nicht jeden Augenblick auf etwas anderes zu achten und konnte sich in aller Ruhe die vielen merkwürdigen Menschen und Dinge betrachten, die es dort gab. Lein erster Freund war ein großer brauner Hund, der dem Milchhändler gegenüber gehörte und dessen „schottische Karre" zog. Diese „schottische Karre" erregte die größte Neugierde des kleinen Moses. Lie wyr ein Gerüst aus Stangen, das auf zwei hohen Nädern ruhte. An diesen Ltangen waren haken befestigt und an diesen haken hing ein Milcheimer neben dem andern. Zwischen den Rädern aber lief der Hund, von dem man nichts sah als die Schnauze, die er zwischen den Eimern hervorstreckte. Wenn der Milchmann seine Eimer angehängt hatte, stellte er sich hinten zwischen die Handgriffe, rief: „hü, Peter!" und dann rasselten Hund, Mann und Karre davon, daß ringsum die Scheiben klirrten. vefonders schön war es. wenn in die stille Straße ein großer Lastwagen, mit Säcken oder Kisten beladen, hineinrumpelte und vor einem Hause hielt. Alle diese Häuser chatten in ihrem Giebel eine Winde. Wenn die Lastwagen ankamen, öffneten sich große Luken, die zu den Speicherräumen führten, und in ihnen erschienen die sogenannten Cluartiersleute, kräftige Männer mit aufgekrempelten Hemdsärmeln und riesigen schwarzen Lederschürzen. Dann schwebte die Winde, an deren Spitze ein mächtiger eiserner haken hing, auf den Wägen Herab, die Säcke oder Kisten wurden daran befestigt, die Winde hob sie bis zu dem Stockwerk, wo sie hinsollten und die Männer mit den aufgekrempelten Hemdsärmeln zogen sie mit einem Haken hinein. Moses konnte sich daran nicht satt sehen. Er stand, die Hände auf dem Kücken und den Kops weit nach hinten gebeugt, um nur ja bis ins oberste Stockwerk sehen zu können und hielt den Mund sperrangelweit auf. \ Dabei passierte eines Tages folgendes: Die Kette riß, eine mächtige Kiste sauste aus der Luft herab auf das Pflaster, zersprang, und dem heftig erschrockenem Moses kullerten eine Menge der schönsten Apfelsinen vor die Füße. Es hatte gerade geregnet, und die Straße war naß. Der Kutscher des Apfelsinenwagens aber sagte ärgerlich: „Nun sind sie ja doch dreckig,

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