Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 21 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefe aus einem jüdischen Ing endgarten Gibt es etwas Lchönerer als einen Garten? Einen Garten, in dem man selbst arbeiten kann, pflanzen'und gießen, und später selbst ernten darf? ' 3n Leipzig hat man einen, großen Garten geschaffen, in dem mehr als 40 jüdische Jungen und Mädchen arbeiten dürfen. Eine jüdische Gärtnerin leitet sie. Jedes Kind hat sein eigenes Deel, außerdem ist ein großes Gemeinschaftsbeet da, das von allen gemeinsam bearbeitet wird. was man in solch .einem Jugendgarten alles erlebt, soll uns. im Folgenden eine kleine Freundin erzählen, die mit dabei war. Leipzig, den 7, Mai 1918. 6,n 1. April war ich das erstemal im Zugendgarten, va höben wir jeder ein Beet bekommen. Dasselbe ist 5 Meter lang und l Meter breit. Zuerst mußten wir es umgraben, und darauf achten, daß kein Unkraut drin bleibt, damit es unser Gemüse nicht perdirbt üls wir fertig waren, zeigte uns unsere Gartenbaulehrerin, Fräulein Bambus, was wir nun tun sollen. Wir mußten einen Meter abmessen und darauf Blumen stecken, und dann mußten wir sie gießen und dann zehn Reihen abmessen, immer 20 Zentimeter entfernt. l)eute habe ich noch Tausend-Schönchen, Sommerastern und Betuniengepflanzt Nachdem ich Mit dem Blumenpflanzen fertig war, habe ich eineNeiheAwiebeln, 4 Reihen Salat, 4 Neihen Kohlrabi, l Neihe Petersilie und Möhren gepflanzt. Den Möhrensamen haben wir mit Radieschensämen gemengt. Nm vorigen Dienstag hatte ich an meinem Beet nichts mehr zu tun. Da habe ich an dem großen Stück der Garten- 21!!* T ' - \ ' -ji -■ ■; :i