Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1908
- Date
- 1908-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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\, j -53 — \ I schule näher getreten ist. Wurde auch Makowers letzter Wunsch t nicht zur Wirklichkeit, der dahin ging, die Hochschule mit der Gemeinde organisch zu verbinden, sie durch Umwandhing in ein Gemeindeinstitut von materiellen Sorgen unabhängig zu machen, so hat es doch unsere Gemeinde jederzeit für eine Ehrenpflicht angesehen, zu den Bedürfnissen der Anstalt nach ihren Kräften beizusteuern und hat das stetige Wachstum dieser Bedürfnisse im Interesse -des Judentums mit Freuden begrüßt. Gern haben wir den Hörern die Kanzel unserer Gotteshäuser zu Übungszwecken überlassen und haben ihnen Gelegenheit geboten, an den hohen Festtagen ihr homiletisches Können an den geweihten Stätten unserer Gemeinde zu entfalten. Eine besondere Freude aber war es uns, 1891 bei der Errichtung der Synagoge in der Lindenstraße durch Aufnahme der Lehranstalt in die Räume unseres Synagogengrundstücks dazu beizutragen, daß die in unserer Stadt besonders schwierige Wohnungsfrage während der Dauer von l'/a Jahrzehnten dem Institut keine Sorge bereitete. Als weit wesentlicher aber betrachten wir die inneren Beziehungen, die sich, je länger desto mehr, zwischen Gemeinde und Lehranstalt entwickelt haben. In ununterbrochener Folge hat von Beginn an zwischen der Hochschule und der jüdischen Gemeinde in Berlin ein geistiger Konnex bestanden, indem die hervorragendsten unter den Männern, die das Lehramt in unseren Synagogen ausübten, sich zugleich als Mitglieder Ihres Lehrerkollegiums betätigten. Die Namen Geiger, Frankl und Maybaum werden in beiden Lagern mit Stolz genannt und . geben den Beweis für die Einheit des Geistes und der Ge- sinnung. in den Verwaltungen beider Körperschaften. Von solcher Gleichartigkeit der Anschauungen zeugt auch, daß von 8 Rabbinern, die zurzeit in unserer Gemeinde amtieren, nicht weniger als 4 zu den einstigen Hörern der Lehranstalt zählen. Sie tragen unausgesetzt dazu bei, von unseren Kanzeln denjenigen Geist der Wissenschaftlichkeit und Unparteilichkeit, den Geist der religiösen Einigkeit und der Milde zu verbreiten, der das Kennzeichen dieser Anstalt ist und, so Gott will, dauernd 1 bleiben wird. 1 Von unseren äußeren Beziehungen ist eine dadurch, daß Sie-in. ein eigenes Heim gezogen sind, geschwunden; um so fester und inniger möge, die innere Gemeinschaft bleiben,, die