Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 58)
- Language
- German
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4 _ Wir verfehlen nicht, au dieser Stelle Herrn Rittergutsbesitzer Bernstein und Frau Geheimrat Simon nochmals unseren wärmsten Dank für die hochherzigen Gaben auszusprechen. Die Lehranstalt wird die Namen der beiden Stifter allezeit in Ehren halten. Cclwiide Diß Errichtung eines eigenen Gebäudes für unsere Lehranstalt hat sich mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln bisher nicht ermöglichen lassen. Dabei wird die Hau in frage für uns eine immer dringendere. Unsere gegenwärtigen Kilume sind, zumal jetzt, nachdem wir einen neuen Lehrstuhl errichtet haben, in keiner Weise ausreichend. Zwar hat uns die Jüdische Gemeinde durch Ucberweisuug eines Klassenzimmers der II. Religiousschule in dankenswerter Weise, interimistisch ausgeholfen; aber wir können nicht verkennen, dass die Benutzung der Schulbänke für unsere erwachseneu Hörer unerwünscht ist. Für die von uns eingerichteten Ferienkurse, über die weiter unten berichtet wird, haben wir die Hilfe unserer Stadtgemeiude in Anspruch nehmen müssen, die uns bereitwilligst einen Lehrsaal im Dorotheenstudtischen Realgymnasium zur Verfügung stellte. Aber dies sind Aushilfen, die auf die Dauer nicht ausreichen, zumal auch unsere Bibliothek sich in völlig unzureichenden Räumen befiudet, welche die Unterbringung der Bücher und die Benutzung erschweren und beeinträchtigen. Wir appelliren nochmals an unsere Glaubensgenossen, uuseren Baufonds zu verstärken, um uns die dringend nötige Schaffung eines eigenen Heims zu ermöglichen. Lfltrer- ^on t*em Gesichtspunkte geleitet, dass unsere Lehranstalt Colk-gium ihrer Aufgabe nur daun gerecht werden kann, wenu jede Hauptdiseipliu durch fachwissenschaftlich besonders geeignete Lehrkräfte vertreten wird, hat das Curatorium für das wichige Lehrgebiet der semitischen Philologie und der Bibelexegese einen besonderen Lehrstuhl errichtet und für demselben Herrn Dr. A. S. Yahuda berufen. Dieser wird sein Amt mit dem kommenden Sommer - Semester antreten, und wir geben uus der wohlbegründeten Hoffnung hin, dass die Lehrtätigkeit des auf sprachwissenschaftlichem Gebiete anerkannten Gelehrten unserer Lehranstalt zum Segen gereichen wird. Ferienkurse Um auch dem seit dem Ausscheiden des Herrn Dr. Martin Schreiner aus unserem Lehrercollegium tiefempfundenen Mangel an Vorlesungen Über Ethik und Religionsphilosophie des