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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1897-01-01 · 15.1897 · page 2

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
15.1897
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273575--0569-2274339
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— 3 — In Erfüllung einer traurigen Pflicht beginnt unser Bericht mit der aufrichtigen Klage über den gar schweren und schmerzlichen Verlust, den wir erlitten haben: Am 12. Juli 1896 ist Geh. San.-Rath Dr. Moritz Kirstein nach kurzem Krankenlager aus diesem Leben abberufen worden. Unserer Hochschule hat der Verstorbene seit ihrer Begründung angehört, er ist ihr immer ein werkthätiger Freund geblieben, ihm verdankt sie die für Preisaufgaben bestimmte Moses Mendelssohn-Stiftung. Seit dem Jahre 1891 war der sei. Dr. Kirstein auch Mitglied des Curatoriums: wir betrauern in ihm einen liebenswürdigen, arbeitsgetreuen und stets anregenden Collegen. Sein Andenken wird an der Lehranstalt für alle Zeiten in Ehren erhalten bleiben. An Stelle des Heimgegangenen hat das Curatorium behufs seiner Ergänzung Herrn Prqf. Dr. Martin Philippson, Sohn des Mitbegründers und langjährigen Curators der Lehranstalt, des sei. Dr. Ludwig Philippson, cooptiert. Herr Dr. Eduard Baneth, der während drei Semester die talmudischen Disciplinen im Provisorium gelehrt hat, ist nunmehr als Nachfolger des sei. Dr. Joel Müller in das Lehrercollegium berufen worden. Die ordentliche Generalversammlung" des Jahres 1896 hat am 10. Mai 1896 auf Grund des § 10 des Statuts stattgefunden, nachdem die auf den 29. April einberufene nicht beschlussfähig geworden war. Nach Erstattung des Jahresberichtes und Erteilung der Decharge sind die statutenmässig ausscheidenden Mitglieder Dr. S. Neu mann, Dr. Heinrich Meyer Cohn und Georg Meyer wieder als Mitglieder des Curatoriums gewählt worden. Die Zahl der Hörer hat betragen: Im Sommersemester 1896 32, und zwar 17 Deutsche und 15 Reichsausländer (12 aus Oesterreich-Ungarn, 2 aus dem russischen Reiche und 1 aus America.) Im Wintersemester 1896-97 2S, und zwar 14 Deutsche. 14 Reichsausländer, (9 aus Oesterreich-Ungarn, 3 aus dem russischen Reiche und 2 aus Amerika.) Sämmtliche Hörer waren Maturi. Von den derzeitigen Hörern gehören der Lehranstalt an seit dem Jahre: 1888, 2; 1889, 2; 1890, I; 1S91. 1; 1892. 3; 1893, 2; 1S94, 7; 1895. 2; 1896, 6 Hörer. Ausserdem wird die Anstalt von 9 Hospitanten (1 Deutscher und 8 Ausländer) besucht.. Einen schmerzlichen Verlust hat die Lehranstalt in dem frühen Heimgänge eines vielversprechenden Hörers, des sei. Dr. David Bloch aus Rodalben (Pfalz), zu verzeichnen. Im Wintersemester 1896-97 haben das Rabbinatsexamen bestanden:. Dr. O.Thon, Dr. S. Hochfeld, der nach Frankfurt a. O. berufen worden und Dr. II. Vogelstein, der seit mehr als einem Jahre in Oppeln das Rabbineramt verwaltet und nunmehr von dort nach Königsberg i. Pr. berufen worden ist. Ausserdem sind berufen worden: . . Dr. L. Blumenthal von Frankfurt a. O. nach Danzig, Dr. S. Poznanski nach Warschau, Dr. M. Ehrenpreis nach Diacovar, Dr. D. Neumark nach Rakonitz bei Prag und Dr. X. Steinhart nach Kojetein, die drei letztgenannten noch vor Ablegung der Rabbinatsprüfung.

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