KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 7 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 120 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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120 K. C.-BlätLer Nachr.-Heft auszusehen. Sie haben in einer öffentlichen Versammlung auch schon der^Neuorduung schärfsten Kampf mit allen Mitteln verheißen. Mit allen Mitteln? Wir wissen Bescheid. Der Hochschulring deutscher Art muß sich zur Ruhe setze«. Einst beherrschte an den Universitäten der Hochschulring deutscher Art weithin das Feld. Aus diesem Ideenkreis ging der heute so stark gewordene Nationalsozialistische Studentenbund hervor. 3m gleichen Maße, wie der Nationalsozialismus emporwuchs, schrumpfte der Urahn immer mehr zusammen. Heute muß er sich gefallen lassen, hohnlachend aufs Altenteil geschickt zu werden. Davon geben folgende Satze der „Bewegung" (des Organs des NSB) Kunde: „Der „Hochschulring deutscher Art" hat nach seinem völligen Zusammenbruch immer wieder erfolglos versucht, im Hochschulleben eine gewisse Rolle zu spielen. Der Vormarsch des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, der die politische Aufklärung des deutschen Studenten mit innerem und äußerem Erfolg betreibt, macht ein Weilerbestehen des HdA. überflüssig. Es kommt heute nicht allein auf Schulungslager usw. an, so wertvoll diese auch sein mögen, sondern es muß darüber hinaus die deutsche Jugend in einer großen und einheitlichen Organisation zusammengefaßt werden, die politische Macht bedeutet. Der Hochschulring deutscher Art hat bewiesen, daß er diese Aufgabe nicht erfüllen konnte. Er hat, ohne Wesentliches zu erreichen, wert- . volle Kräfte gebunden, die zweckmäßig für die Aktivierung und Schulung der Studentenschaft im nationalsozialistischen Sinne einzusetzen gewesen wären." Daß das Ei klüger ist als die Henne, ist eine alte Erfahrung. Darreben aber zeigt sich hier, daß von zwei Leuten, die dasselbe Ziel verfolgen, der am erfolgreichsten ist, der den intensivsten Aufwand treibt. Und das muß eigentlich jeden etwas nachdenklich machen. Eiu Tollwutsfall. Eine kostbare Illustration zur Geistesverfassung völkischer Helden bildete jener Wiener Student, der vor einigen Wochen auf eigene Faust einen kleinen Privatkrieg unternahm. Vermutlich dauerte ihm die kurze Zeit, bis die nächste allgemeine Universrtätsschlacht fällig war, zu lange, und so stürmte er auf die Straße hinaus, um dort jeden Passanten, der Jude war oder schien, — zu beißen. Bei der dadurch veranlaßten.späteren Gerichtsverhandlung hat er sich durch ostentative Lektüre des „Völkischen Beobachters" eindeutig als Gesinnungsfreund der Nationalsozialisten bekannt. Die Hakenkreuzler werden sich der Feststellung, daß hier ein Tollwutfall vorliegt, nicht entziehen können. Sie werden aber darüber! nicht bestürzt sein. Mag er ruhig Tollwut haben — Hauptsache, daß sein Stammbaum echt ist! Akademisch-sozialer Verband. In Berlin besteht unter Leitung von Prof. D. Siegmund-Schultze eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, sämtliche Kreise der Studentenschaft in die Grundlinien sozialer Arbeit einzuführen. Die Adresse der Organisation ist: „Akademisch-sozialer Verband", Berlin 017, Fruchtstr. 64, II. Auf seine Bestrebungen sei hier mit Nachdruck hingewiesen. Es ist schon ein Verdienst des Verbandes, zu einem loyalen Zusammenhalt der politisch so' oft auseinanderstrebenden Studentenkreise beizutragen. Seine eigentliche Arbeit, um ihres sozialen Inhalts willen von hoher Bedeutsamkeit, wird sicherlich auch in unseren Reihen Befürworter und Interessenten finden. Die Aeberfüllung dev Hochschule« geht nicht zurück! D. St. — Der mit Spannung erwartete Band VI der Deutschen Lochschulstatistik (Verlag: Struppe und Winckler, Berlin 1931,14.— RM) über das letzte W.-S. liegt nunmehr vor. Die in ihm enthaltenen Zahlenangaben zeigen, daß der für die Lochschulen lebensgefährliche Andrang zum akademischen Studium noch nicht nachgelassen hat. Die Gesamtzahl der an den deutschen Lochschulen immatrikulierten Studenten betrug im W.-S. 1930/31130 072 Personen. Im W.-S. 1929/30 waren es 122391. Es ergibt sich somit gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme um 7681 oder 6,30/0. Ein Vergleich mit dem S.-S.