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KC-Blätter · 1933-01-01 · Heft 1 (Januar 1933) · p. Seite 28

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Journal
KC-Blätter
Volume
1933
Issue
Heft 1 (Januar 1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 28 (sequence 31)
Language
German
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28 K. E.-Blätter sich mit den akuten Tagesfragen auseinandersetzt. Unsere hochschulpolitische Aufgabe erblicken wir in einer engen Fühlungnahme mit den uns nahestehenden Gruppen einerseits, und einer Verständigungspolitik mit den rechtsgerichteten Organisationen andererseits. 3n die Gruppen der Soz.St., der Deutschen Staatspartei und der Deutschen Volkspartei entsandten wir an den Zielen dieser Parteien jeweils interessierte Bbr. Mit dem Vorsitzenden der Leipziger Studentenschaft, der zugleich Mitglied des N.S.St.B. ist, verhandelte unser §.P.V. über die hochschulpolitische age an unserer Universität und versuchte eine Basis sachlicher Zusammenarbeit unter Wahrung unserer speziellen Interessen zu schaffen. In den ersten Wochen des Semesters meldete sich Herr stud. med. Hans Schleimer aus Schöneberg (Freistaat Danzig) aktiv. Wir hoffen auf weitere Keilerfolge und glauben gute Aussichten zu haben. Den Höhepunkt unseres ersten Halbsemesters bildete die Feier unseres 20. Stiftungsfestes. Die Beteiligung vor: Seiten der Kartellbrüder, die aus der näheren und weiteren Umgebung herbeigeeilt waren (ein ausverkaufter Autobus aus Berlin mit Spreven und Vineten» eine stattliche Abordnung aus Breslau), die Entsendung von Chargierten bzw. Wichs (fast sämtliche Kartellverbindungen waren vertreten), die rege Beteiligung unserer Alten Herren, die auch weite Reisen nicht scheuten, so daß etwa Dreiviertel des gesamten A. H. V. versammelt war, all dies übertraf bei weitem unsere kühnsten Erwartungen. Wir möchten auch auf diesem Wege allen unseren verbindlichsten Dank aussprechen, daß sie durch ihr Erscheinen dazu beigetragen haben, unser Stiftungsfest zu einer machtvollen Kundgebung des K. C.-Gedankens in Leipzig zu gestalten. So konnten wir am Kommersabend etwa 150 K. C.er begrüßen, die mit Interesse und Begeisterung den Ausführungen unseres Bundesbruders Felix Goldmann, Leipzig, lauschten, der in seiner Tendenz- und Vaterlandsrede über den neuen politischen Geist und die Stellung des deutschen Juden in der Umwelt sprach. während Bbr. Ettinghausen, Frankfurt, in seiner Festrede auf die Geschichte und Ziele des K. C. einging und Bundesbruder Engel» Breslau, eine prächtige Damenrede brachte, für die bereits zahlreiche Nachbestellungen vorliegen, und die selbst seine vielgepriesene Damenrede anläßlich des 10. Stiftungsfestes weit in den Schatten stellte. — Die akademische Kundgebung am Sonntag vormittag war von etwa 250 Personen besucht, darunter Vertreter der Behörden der Universität, der Presse, der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig und zahlreiche andere Organisationen. Nachdem Bbr. Mendershausen, Cöthen, in seiner Begrüßungsansprache der dahingegangenen Bundesbrüder gedachte — am Tage vorher hatten wir am Gefallenen-Denkmal der Universität einen Kranz niedergelegt — und nachdem zahlreiche Vertreter ihre enge Verbundenheit mit dem K. C. zum Ausdruck gebracht hatten, erhielt unser lieber Bbr. Ludwig Holländer, Berlin, das Wort zu seinem Referat über das Thema: „Der deutsch-jüdische Student der Gegenwart", über das in diesem Heft besonders berichtet wird. Die eindrucksvolle Feier, deren äußere Gestaltung durch oie Anwesenheit der zahlreichen Chargierten sehr gewann, wurde durch musikalische Vorträge umrahmt, und zwar spielten u. a. Mitglieder des Leipziger Gewandhausorchesters ein Quintett, während Bbr. Opernsänger Walter Kathammer, Halle, von seiner Gemahlin am Flügel begleitet, uns durch eine Arie erfreute. Einen weiteren Höhepunkt, vor allem für unsere tanzlustigen Bundes¬ und Kartellbrüder, bildete ein zwangloser Bowlenabend, der erst um Mitternacht mit der Abfahrt des Berliner Autobusses, die schließlich um 5 Stunden verschoben wurde, sein Ende fand. Wir glauben überzeugt sein zu dürfen, daß wir mit unserem Fest, unser Ziel, dem K. C.-Gedanken in Leipzig zu neuem Leben zu verhelfen, durchaus erreicht haben. Besonderen Dank noch den Mitgliedern der Stiftungsfestkommission, den A. H. A.H. Stein und Kaufmann, dem Kbr. Lukas und unserem a.B. Lehmann, die unter der bewährten Leitung unseres rührigen A. H. Dr. Luft standen.

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