KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 1 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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26 K. L.-Blätter amtsarzt) hat in Stuttgart bestanden: Dr. med. Hans Levi, Arzt an der Heilanstalt Ro.tenmünster bei Rottweil, Württbg. Das Assessor-Examen bestanden: Dr. Otto Lohen (Rhen.-Guestph.), Max Haas (Sprev.). Zahnarzt Erich K^hn (Lic.) promovierte zum Dr. med. dent. Referendar Wolfgang S. Matzdorff (Sprev.) promovier.e zum Dr. jur. Kdr. Dr. med. Wcinvrg (Ae., Sax.. Bav.) Lerford, erwarb das Goldene Sportabzeichen. Dr. Hugo Bernhardt (Sprev.) hat seinen Austritt aus dem A. H. B. Sprevia und damit aus dem K. L. erklärt. Bücher- und Blätterfchau Das Spinozaheft drs „Morgen", Jahrgang 8, Dezember 1932, Rr. 5. Philo-Verlag B erlin. Preis RM. 2,25. Die von Julius Goldstein begründete Zeitschrift ist ihren Höhenpfad unter der neuen Leitung weiter'- gegangen: Gerade auch der Richtjude wird bekennen müssen, daß manches Heft des „Morgen" ihm Entscheidendes an Einsicht, Belehrung und Besinnung gebracht hat. Zu besonderer Höhe erhebt sich das soeben erschienene Dezemberheft, dem Andenken Spinozas gewidmet. Ernst Cassirer behandelt „Spinozas Stellung in der allgemeinen Geistesgesch'.ch e". Er hebt Spinoza aus den mannigfachen Verdunkelungen, die Freund und Feind ihm angetan haben, heraus und setzt ihn an seinen ursprünglichen Ort. David Baumgardts Ausführungen über „Spinozas Bild im deutschen und jüdischen Denken" verfolgen die Wirkung und Würdigung des Philosophen durch die Zeilen hin. Sie kommen zu der Feststellung, daß Spinoza bisher stets stärker auf deutsches als auf jüdisches Denken gewirkt hat. „Wir haben bis heute noch keine Formel dafür gewonnen, wie wir Spinoza wirklich zentral hineinstellen in das ewige Leben des jüdischen Geistes. Rnd trotzdem kann ihn auch das Judentum gew'ß nicht entbehren." Der dritte Aufsatz „Motive in Spinozas Leben" von Leo Baeck, ist geführt von dem Grundgedanken: „In jeder Philosophie, die mehr ist als bloße Spekulation, will der Mensch auch sich selbst und sein Leben erweisen; sie soll nicht zuletzt Lebensantwort sein." Von größter Wichtigkeit ist neben der Spinoza-Huldigung der Aufsatz Martin Bubers über „Die Brennpunkte der jüdischen Seele". Buber sieht die zwei Brennpunkte der jüdischen Seele in der Unmittelbarkeit zum Dasein und im Wirken der versöhnenden Kraft in einer unversöhnten Welt. Erwähnt sei noch Wassermanns „Ansprache an die europäische Jugend", in der ein Leid und eine Hoffnung herzbewegende Worte finden. Nochmals: überall wird hier von einer Höhe aus geredet und gewirkt, und selbst, wenn nichts anderes zugunsten dieser Zeitschrift zu sagen wäre, so bliebe bestehen, daß schon im Halten dieser Höhe ein Verdienst liegt, das heute jeder Schätzung wert ist. Spinoza und Mendelssohn. Reden und Aufsätze zu ihren Gedenktagen von David Baumgardt. Professor der Philosophie an der Universität Ber.in. Berlin 1932. 28 S» Preis RM. 0,89, Philo- Verlag G. m. b. H. In knappsten Umrissen sucht Baumgardt in der vorliegenden Broschüre zu umschreiben, was die beiden bahnbrechenden Denker des neueren Judentums, Spinoza und Mendelssohn, uns heute noch zu sagen haben. Die Geistesatmosphäre, aus der sie einst aufwuchsen, und die tiefen Wandlungen, die ihr Wirken bisher erfuhr, werden kurz lebendig gemacht, um vor allem zu zeigen, was für uns noch vorbild.ich blieb. Besonders ihre Haltung zur Machtmoral und ihr Kamps um aktive Toleranz im geistigen wie im praktischen Leben wird dabei in unmittelbarem Zusammenhang mit Gegerwarlsfragen neu beleuchtet. So dürfte dieser Beitrag Baumgardts zum Verständnis der beiden Philo-