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KC-Blätter · 1930-12-01 · Heft 10 (Dezember 1930) · p. Seite 165

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 10 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 165 (sequence 9)
Language
German
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Nachr.-Left K. C.-Blätter 165 eingebürgert. Schon jetzt konnte die 2., wesentlich erweiterte Auflage erscheinen. Als Anhang sind einige Anleitungen zur Anfertigung der wissenschaftlichen Examensarbeit neu hinzugefügt. Gerade dieser Anhang wird den Rechtsbeflissenen willkommen sein und dazu beitragen, daß das Büchlein auch in seiner neuen Gestalt für die jungen Juristen bald unentbehrlich wird. i Aebungen in Strafrecht und Straf- Prozeßrecht. Von Professor Dr. A. Graf zu Dohna, Bd. IV der „Praktika des bürgerl. und öffentl. Rechts", tzerausg. von den Proff. G. Anschütz, A. Graf zu Dohna, W.Groh, K. Heinsheimer. 1929. Berlin, Verlag von Otto Liebmann, Berlin W57, Potsdamer Str. 98. Kart. 3,80 M. Dieses bekannte Uebungsbuch liegt nun bereits in 3., stark erweiterter und um gearbeiteter Auflage vor. In bunter Folge sind hier materiellrechtliche und prozessuale Fragen und Rechtsfälle von dem bekannten Professor des Strafrechts in Bonn zusammengestellt, die dem Lehrenden Gelegenheit geben, das ständige Ineinandergreifen beider Rechtsmaterien aus möglichster Lebensnähe anschaulich zu machen, dem Lernenden aber, auf beiden Gebieten das Maß an Stoffbeherrschung zu kontrollieren. Die neue Auflage ist um eine große Zahl von Fällen aus dem Allgemeinen und Besonderen Teile des Strafrechts und des Strafprozeßrechts vermehrt. In weitem Umfange sind auch Entscheidungen der höchsten Gerichtshöfe verwertet worden. So wird diese neue Auflage den Studenten und Referendaren zur Einarbeit in Strafrecht und Strafprozeßrecht ein wertvoller Führer sein. Die Justiz (Verlag Dr. Walther Rothschild. Verlin-Grunewald). Oktober 1930. Das Anfangsheft des 6. Jahrgangs wird durch einen großzügigen Ueberblick von Geh. Iustizrat Professor Mittermaier, Gießen, über die Grundgedanken der sozialen Gerichtshöfe eingeleitet. Mittermaier wünscht dieser freigewachsenen Institution der Täter-Erforschung und Täter-Hilfe, daß sie ohne Bürokratismus und ohne vorzeitige gesetzliche Regelung in praktischer Entwicklung ihren Gang gehe. —- Eine soziologische Betrachtung des Ergebnisses der Reichslagswahl vom 14. September nebst staatspolitischer Bilanzziehung enthält die Chronik von Professor Sinzheimer, Frankfurt a. M. — Zum Offiziersprozeß vor dem Reichsgericht schreibt Procurator, anknüpfend an seinen vielbeachteten Aufsatz im Augustheft 1930 („Links und Rechts beim.Reichsgericht"). Dem Spruch des Vierten Strafsenats vom 4. Oktober wird zugestimmt, dagegen werden der Reichsanwalt, der die Anklage vertreten hat, und der Oberreichsanwalt, der sie nicht vertreten hat, wegen einer Reihe schwerwiegender Unterlassungen in diesem höchstpolitischen Prozeß mit Schärfe angegriffen. — Ein Urteil des Zweiten Strafsenat des Reichsgerichts vom 7. Juli hat zur Folge, daß die Beleidigungssache des Reichsanwalts Jörns gegen den Redakteur Josef Bornstein, Berlin, in unmittelbar bevorstehender vierter Verhandlung erörtert wird. Das Reichsgericht hat die Vorentscheidung des Landgerichts I Berlin aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung bemerkenswerterweise an das Landgericht III Berlin verwiesen. Gegen dieses Urteil des Reichsgerichts erhebt der Strafrechtler, Rechtsanwalt am Kammergericht, Alfred Obornicker, einen wuchtigen, wissenschaftlich begründeten Angriff. Gegenüber der Kritik des Reichsgerichts an der landgerichtlichen Vorentscheidung prägt Obornicker den nachdenklichen Ausspruch: „Auch bei der Erforschung dessen, was ein Urteil will, müssen die Grundsätze von Treu und Glauben bei der Auslegung gewahrt werden." — Eine Reuauflage der kriegsverherrlichenden Lehre des holländischen Soziologen Rudolf Steinmetz bildet den Gegenstand einer klaren und packenden Widerlegung durch Dr. Margit Fuchs-Kraft, Frankfurt a. M. — Professor Gumbel» Heidelberg, bringt seine im Augustheft 1930 begonnene realistische Abhandlung „Strafvollzugsstatistik" im vorliegenderr Hefte zum Abschluß. — Strafanstaltsdirektor Kleist, Celle, liefert einen neuen Beitrag „Die Welt ohne Zuchthaus" zu den Problemen des modernen Strafvollzugs.

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