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KC-Blätter · 1930-10-01 · Heft 8 (Oktober 1930) · p. Seite 138

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 8 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
Seite 138 (sequence 14)
Language
German
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188 K. C.-Blätter Nachr..§>eft fertiggestellt, so daß man die Entwicklung dieser Arbeitsgemeinschaft nun abwarten muß» der ein Erfolg Wohl zu wünschen Ware. Der Kölner Korporationsring (R. d. K. K.) lehnt nach wie vor unsere Aufnahme ohne Begründung ab. In dieser Sache wurden wir auch in diesem Semester wiederholt vorstellig bei Rektor und Senat. Bedauerlicherweise blieb diesen Unterredungen jeglicher Erfolg versagt, da die nationalistische Einstellung weiter Korporationskreise selbst die Aniversitätsbehörden vor energischen Maßnahmen zurückschreckt. Als Ersatz für die im vorigen Semester aufgelöste Gruppe des nationalsozialistischen deutschen Studentenbundes, die durch ihr Verhalten den Frieden der Universität störte» wurde nunmehr die Sektion Universität Köln der N.S.D.A.P. gegründet, die ihrerseits die Arbeit der aufgelösten Vereinigung durch lebsthafte Propaganda in der Nähe der Äniversität, ja selbst im Gebäude fortsetzte. Zum Schluß möchten wir die Kartellbrüder, besonders aber die Landesverbände im Reich bitten, uns wenigstens die Adressen der nach Köln kommenden jüdischen Studenten angeben zu wollen, da an der hiesigen Universität trotz eifrigster Bemühurrgen keine Adressen erlangt werden können. Nassodia. Unser Semester nahm weiter einen harmonischen Verlauf. Bei einem von uns veranstalteten Pauktag konnten wir die Kbr. Kbr. der l. K. V. K. V. Licaria und Bavaria begrüßen. Wenn auch unser hiesiger „Aeppelwoi" den an Münchner und Perkeo-Stoff gewöhnten kartellbrüderlichen Kehlen nicht so behagte, so konnte dies doch dem „gemüt-. lichen Beisammensein" keinen Abbruch tun. Unsere Damen luden uns zu einem Erbummel nach Isenburg ein und zeigtcu uns bei ihrer Kneipe, daß sie im Bier- und Bowlenkomment mindestens so bewandert waren, wie der älteste A. H. Bis in die späte Nachtstunde wurden die Tanzbeine geschwungen und in feuchtfröhlicher Stimmung begab man sich nach Hause. Im Laufe des Semesters meldeten sich noch die Herren 8tuct. rneci. Alfred Wartensleben aus Darmstadt „ „ Paul Stern aus Saarbrücken aktiv, so daß wir auf die für unsere Verhältnisse stattliche Korona von 7 Füchsen blicken konnten. Leider mußte unser verdienter Erstchargierter sein Semester frühzeitig abbrechen, so daß wir gezwungen waren, unsere Chargen umzubesetzen. Auch war es uns nicht möglich, bei der Hauseinweihung einer l. K. V. Neo-Friburgia und bei dem 35. Stiftungsfest einer l. K. V. Licaria zu chargieren. Dabei wollen wir nicht versäumen» nochmals an dieser Stelle unsere l. K. V. K. V. zu beglückwünschen. Dagegen wohnten wir dem Stiftungsfest einer l. K. V. Viadrina mit unserer gesamten Aktivitas bei. Auch an dieser Stelle statten wir einer l. K. V. Viadrina nochmals unseren herzlichsten Dank für die gute Aufnahme, die wir in Darmstadt genossen haben, ab. Wie immer, hatte auch diesmal unsere Confuxia das dringende Bedürfnis die Verbindung bei einer Kneipe zu bewirten. Aber nicht nur zu feuchtfröhlichem Tun fanden sich unsere Bbr. Bbr. zusammen. Die Vorträge unseres lb. A.H. Dr. Eduard Strauß über „Innerjüdische Fragen" und unseres Kbr. Dr. Ernst Wolfs über „Der Indizienbeweis" sowie ein reger Diskussionsabend fanden Beifall und Interesse. Die Stellung zu den übrigen Korporationen bzw. Freistudenten war ohne Trübung. Von irgendwelchen Aebergriffen von nationalsozialistischer Seite, sei es Boykott, sei es Rempelei, haben wir nichts gemerkt. Das Semester schloß mit einer gut besuchten, stimmungsvollen Schlußkneipe. Auf dem Schlußkonvent inaktivierten wir unseren a. B. Eisemann und beurlaubten unsere a.B. a. B. Hehmann und Kaufmann. Unseren Chargen gaben wir die Klammern. — Das nächste Semester verspricht wieder einen straffen Betrieb, da alle Füchse hier bleiben. Trotzdem würden wir es sehr begrüßen, wenn einige Kbr. Kbr. zu uns kommen würden, da es uns an älteren a.B. a.B. mangelt. A.B. Max Dreifuß aus Frankfurt a. M.

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