KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 8 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 134 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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134 K. C.-Blätter Nachr.-Lest K. V. K. V. vor, die die Ergebnisse der letzten Sportfeste erheblich überlreffen. Vom sportlichen Standpunkt wäre also ein K. L.-Sportfest unbedingt wieder am Platze. Sollte finanziell die Abhaltung unmöglich sein — und ein solcher Wettkampf hat nur Sinn, wenn jede Verbindung mit ihrer stärksten Vertretung erscheinen kann —, dann gäbe es noch immer den Ausweg kleinerer Veranstaltungen zwischen verschiedenen Verbindungen rn West-, Süd- oder Norddeutschland, oder die K. L.-Meisterschaft wird so ausgetragen, daß an einem Lage alle Verbindungen interne Wettkämpfe abhalten, aus deren Ergebnissen der K. C.-Sportwart die Meisterschaft berechnet. Der Reiz des Wettkampfs aber geht hierbei verloren. Sport ist Kampf und die Meisterschaft ist der Höhepunkt. Also auf zum K. L.-Sportfest 1931! Klaus Dreher (Neo-Frib.). Gründung einer überparteilichen Vereinigung für die Gesamtintereffen und die Einheit des Judentums. (J.T.A.) Nachdem schon seit Monaten Bestrebungen zur Schaffung eines überparteilichen Zusammenschlusses im Gange waren, hat sich am 15. September für Berlin und ganz Deutschland die Aeberparteiliche Vereinigung für die Gesamtinteressen und die Einheit des Judentums konstituiert. Sie tritt mit dem folgenden Programm an die jüdische Oeffent-- lichkeit: „Die überparteiliche Vereinigung für die Gesamtinteressen und die Einheit des Judentums bezweckt den Zusammenschluß aller derjenigen, die, auf welchem Standpunkt immer sie persönlich stehen mögen, das Aeberhandnehmen des Parteiwesens in unserem öffentlichen jüdischen Leben als ein Anglück empfinden, weil sie in der dadurch bedingten Verschärfung der Gegensätze eine Gefahr für den Bestand der Gemeinden und, in einer Zeit höchster wirtschaftlicher und politischer Not, eine selbstmörderische Untergrabung unserer Widerstandskraft erblicken. Sie erstrebt eine Entgiftung des öffentlichen jüdischen Lebens durch Verwicklung des Grundsatzes, daß in der jüdischen Arbeit nicht das Sonderintereffe der Parteien, sondern das Wohl des Ganzen den Maßstab der Dinge zu bilden habe und nicht durch Lerausarbeitnng des Trennenden die Gegensätze verschärft, sondern durch Betonung und Pflege des Gemeinsamen die Grundlage für eine Verständigung geschaffen werden müssen. Sie will dieses Ziel dadurch erreichen, daß sie in die Vertretung der Gemeinden und Verbände Persönlichkeiten entsendet, die unbeschadet ihrer eignen Einstellung, in ihrer öffentlichen jüdischen Tätigkeit sich nur als Vertreter der Gesamtheit fühlen und von der Aeberzeugung leiten lassen, daß nicht durch Radikalismus und extreme Forderungen von der einen oder anderen Seite, sondern nur durch eine Politik, die eine Verständigung sucht, der Frieden und die Einheit der Gemeinden und des Judentums erhalten werden können. - Sie will dadurch gleichzeitig wertvolle Persönlichkeiten der jüdischen Arbeit gewinnen, die, abgestoßen von der Verwilderung der Sitten und nicht gewillt, sich von einem Parteidiktat Norm und Wegziel weisen zu lassen, bisher von ihr ferngehalten haben, und sie erwartet davon gerade in der Gegenwart doppelt notwendige Bereicherung unseres öffentlichen jüdischen Lebens." Aus den überaus zahlreichen Zustimmungserklärungen, die aus dem ganzen Lande eingelaufen sind und die ersehen lassen, daß in weitesten Kreisen, namentlich unter dem Eindruck der letzten politischen Entwicklung, der Schritt als das Gebot der Stunde und geradezu als erlösende Tat empfunden wird, seien diejenigen hervorragender BerlinerPersönlichkeiten genannt, wie: Ministerialrat A. Abramowitz, Prof. Dr. Max Apt, Generaldirektor Felix Benjamin, Prof. Dr. Cora Berliner, Prof. Georg Bernhard, Geheimrat Prof. Dr. Ferdinand Blumenthal, Bankier OttoCarsch, Justizrat Max Chodziesner, Prof. Dr. Albert Einstein, Sanitätsrat Dr. Leopold Feilchenfeld, Dr. Ismar Freund, Prof. Dr. Glaeffner, Chefredakteur Fritz Goetz, Aniv.-Prof. Dr. Lalberstädter, Dr. h. c. Aron Lirsch, Dr. med. Joseph Äirsch, Staatssekretär Prof. Dr. Julius Lirsch, Dr. Herbert Kann, Frau Dr. Erna Magnus, Stadtrat und stellveriretender Bürgermeister Dr. Rieß, Reichsbankdirektor Martin Rosenfeld, Geheimrat Prof. Dr. Rosin, Iustizrat Dr. PH. Salomon, Dr. Lans Schaffer. Geheimer Justizrat Berthold Timendorfer, Stadtrat Dr. Treitel, Syndikus Dr. Leon Zeitlin (M. d.L. und R. W. R.).