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KC-Blätter · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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Wichtiger noch als dieser äußere..Erfolg ist die innere Wirkung. Wenn anfänglich das Bedenken ge- - äußert wurde, die Volkshochschule würde unter dem Mangel an Dozenten leiden, so zeigte sich bald, daß sich aus den verschiedensten Ständen — Rabbiner, Lehrer, Privatgelehrte, Männer und Frauen' des öffentlichen Lebens — eine genügende Anzahl von Dozenten zusammeufauden, um die ebenfalls aus den verschiedensten Ständen zusammengesetzte Hörerschaft ' in die vielfältigen Gebiete der jüdischen Geisteswett einzufühven: in Bibel und Talmud, in Religion und Geschichte, in die Literatur, und Kunst, in die Wirtschaft und die Probleme der Gegenwart. — Allen Vorträgen gemeinsam war der Grundsatz der vollkommenen Objektivität, d. h. Freiheit von jeder einseitigen Tendenz oder parteilichen Beeinflussung, sowie das Bestreben, durch vertiefte Kenntnis vom Judentum zu bestärken. — Es braucht nicht betont zu werden, daß bei der Wahl der Dozenten, die regelmäßig unter Mitwirkung eines wissenschaftlichen Beirats erfolgt, streng darauf gesehen wird, daß ebensowohl eine gediegene Wissenschaftlichkeit der Darbietungen wie eine allgemein verständliche Vortragsweise gewährleistet ist.— Durch die Einrichtung von Hörerversammluugen wird versucht, zwischen der Leitung der Volkshochschule und den Hörern eine lebendige Verbindung herzustellen und den Hörern zu Kritik und neuen Anregungen Gelegenheit zu geben. So hat sich die Freie Jüdische Bolkshochsch ule als eine Einrichtung erwiesen, die in hervorragendem Maße verdient, von Juden aller Richtungen gefördert zu werden. Dieser Förderung bedarf sie glanz besonders in der gegenwärtigen Zeit, da die schwierigen materiellen Verhältnisse das Bestehen auch, dieser Kultureinrichtung schwer gefährden.. Und doch ver-> langt gerade die' gegenwärtige Lage der Judenheit eine Stärkung aller Bestrebungen, die derjüdischen' Gemeinschaft durch Pflege ihrer geistigen Werte inneren Halt zu geben suchen. Beschämend gering ist noch die Zahl derjenigen, die als Mitglieder, wenigstens durch einen geringen Jahresbeitrag die immer steigenden Unkosten des Unternehmens tragen helfen. Erwünscht wären vor allem auch größere Stiftungen, damit die Hörergebühren auf der gegenwärtigen geringen Höhe gehalten werden können und so auch den Minderbemittelten der Segen dieser Einrichtung zukommen kann. Wenn gerade in jüngster Zeit das Beispiel der jüdischen Volkshochschule auch in anderen Städten (Breslau, Frankfurt, Mannheim und Münchens Nachahmung gefunden hat, so mag 'uns dies ein Beweis sein, daß die jüdische Volkshochschule einem wirklichen Bedürfnis der jüdischen Allgemeinheit entspricht, zugleich aber auch ein Ansporn, sie zu immer größerer Bedeutung und Wirksamkeit zu entwickeln. ♦ K R Bücher- und Blätterfcbau. N K Die deutsche Studentenschaft von O t t o B e n e ck e, Vorsitzender der deutschen Studentenschaft. Heute, da der Zusammenschluß aller deutschen Studenten Wirklichkeit geworden ist, ist der. Kampf um den Inhalt der Gemeinschaft nicht verstummt. Man mußte sich aber, von der Not der Zeit gedrängt, mit dem neuen Stuoentenstaat und seinen Zielen befassen. Es genügte nicht, daß im Juli 1919 in Würzburg die „Deutsche Studentenschaft" gegrlindet wurde, daß alle Studenten deutschen Staats und die deutscher Volkszugehörigkeit von Natur deren Mitglieder geworden waren, daß innerhalb der studentischen Selbstverwaltung für die Studenten und vor allem für die wirtschaftlich schwächeren unter ihnen viel getan wurde, das alles -genügte nicht, um das große erzieherische Ziel des Zusammenschlusses zu erreichen, das staatsbürgerliche Erziehungsziel. Die Arbeit im Studentenstaat soll die Vorbereitung sein für die Arbeit im Volksstaat. Es besteht die Gefahr, daß die studentischen Selbstverwaltungskörper diese staatsbürgerliche Aufgabe nicht erfüllen können, weil die Studenten selbst zu wellig von ihren Ausgaben wissen, daß auf dein Gebiet der wirtschaftlichen Fürsorge zu wenig getan werden kann, weil Helfer fehlen, — Helfer fehlen trotz der Not augenblicklich fast überall! — daß die Studenten damit letzten Endes versäumen, ihr Werk am Wiederaufbau des Reiches zu tun. Auf daß der Student lernt, welches die Aufgabe ist, die der Staat ihm übertragen hat, auf daß er die Folgen erkennt, die seine Untätigkeit nach sich zieht, erschien das „Handbuch für den deutschen Studenten"^). Es enthält die geschichtliche Entwicklung der rechtlichen Stellung der Studentenschaft zur Hochschule, eine Übersicht über Verfassung uno Verwaltung der „Deutschen Studentenschaft" und schließlich einen Konlmentar des neuen Studentenrechts. Damit das Handbuch seinen Zweck als ,,Hilssbuch fürjeden Studenten" recht erfüllen kann, sind in einem Anhang Muster für eine Satzung, Kassenordnung, Wahlordnung, Haushaltsplan, Büchführung, Kassenprüfung usw. beigefügt. Daß der Kommentar zum neuen Studentenrecht von Vertretern der beiden Stellen geschrieben wurde, die das Recht geschaffen haben, kann nur nützlich sein. i) „Die Studentenschaft" Handbuch für den deutschen Studenten. Auf Grund des neuen Studentenrechts herausgegeben non Ministerialrat Inner unddem früheren Vorsitzenden der deutschen Studentenschaft Otto Be necke, im Verlag für Politik und Wirtschaft, Berlin W. 35, Potsdamerstr. 123 a. Preis für Studenten bis 15. Januar 1921 9,50 Mk. V fö N VerbanÖsnacbricbten. fö N tö Bavaria, Heidelberg. Unserebesten Hoffnungen für einen befriedigenden Verlauf des Semesters haben sich.voll erfüllt. Wir veranstalten fortan außer den üblichen Offizien-wöchentlich eine Kneipe. Bei . der von Universität und 'Bürgerschaft gemeinschaftlich begangenen Jahresfeier des Deutschen Reiches chargierten wir und veranstalteten am gleichen Tage einen Festkommers. In der Besetzung der Chargen und Wartschaften traten folgende Änderungen ein: a. B. Robert Wachenheimer XX, a. B. Hans Kaufmann XXX, a. B. Paul Guthmann 1. S.W. Wir rezipierten die Binder

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