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KC-Blätter · 1912-12-01 · Heft 3 (1.12.1912) · p. Seite 10

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 3 (1.12.1912)
Date
1912-12-01
Page
Seite 10 (sequence 26)
Language
German
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der Pflichtbeiträge zn vermeiden. Auch bltte ich die Verbandsbrüder, eifrig an der Werbung neuer Abonnenten mitzuwirken. 5. In technischer Hinsicht bitte ich darauf zu achten, daß alle für den Druck bestimmten Einsendungen nur einseitig beschrieben werden, und daß außerdem stets noch ein Rand gelassen wird. Ferner bitte ich Zuschriften, die verschiedene Materie n betreffen, a u f besonderen Bogen zu senden, und insbesondere die für den Druck bestimmten Einsendungen von dem Begleitschreiben getrennt zu halten, da mir hierdurch viel Arbeit und Schreibwerk erspart wird. l'>. Schließlich bitte ich alle Verbandsbrüder, mir die Arbeit durch möglichst umgehende Beantwortung aller Briefe zu erleichtern. Bereits heute hat die Korrespondenz einen enormen Umfang angenommen, und es ist für einen Einzelnen fast eine Unmöglichkeit, die Geschäfte ordnungsgemäß zu fiihren, wenn auch noch durch Mahnbriefe das Schreibwerk vermehrt wird. % * * "Sttdn* H'Mchtgefüvl' in iiaffenfacben! Bon Meferfutar Dr. inr. lv r n st iH o f e w t f) a I (3()iiriiiniac). Ein aufmerksamer Leser der Semcsterberichte der einzelnen K. C.-Berbindungen wird in ihnen eine immer wiederkehrende Mahmmg gefunden haben: „In Anbetracht der schlechten Kassenverhültnisse bitten wir unsere l. Bdb. Bdb., ihren Verpflichtungen der Kasse gegenüber pünktlich nachzukommen." Woher rührt diese Lässigkeit der Verbindungsmitglieder bei Erfüllung ihrer pekuniären Pflichten? Da ich als Aktiver mehrere Semester Kassenwart war, dann fast stets in der Kassenrevisionskonunission gesessen habe, und auch zur Zeit wieder in: Aufträge des Alt-Herren-Verbandes und der Verbindung die Regelung der Kassenverhältnisse meiner Korporation übernommen habe, so war es nur vergönnt, einen tieferen Blick in den „Kassengeist" der Bundesbrüder zu tun. Die hierbei gewonnenen Erfahrungen treffen meines Erachtens auf die Verhältnisse tu den meisten Kartellverbindungen zu. Es herrscht fast allgemein die Ansicht. Schulden an die Verbindung brauche mau erst in allerletzter Reihe zu bezahlen; wenn man gar nicht mehr wisse, was mit dem Mannnon beginnen, dann könne liuiti ja ein paar Mark auf seine Verbindungsschulden abzahlen. Den Kassenwürten wird durch derartige in die Praxis nmgesetzte Meinungen ihr Vtmt naturgemäß sehr erschwert, ja eine geordnete .Knssenführung fast unmöglich gemacht. Es wird völlig vergessen, daß die Beitragspflicht eine der Hanptpflichten der Bundesbrnder ist. Durch die allgemeine Lässigkeit int Zahlen fehlen der Kasse die ihr zustehenden Mittel, sie ist außerstande, die Verbindlichkeiten der Korporation zu erfüllen, lmb mit wachsender Verschuldung muß das Ansehen jeder Verbindung leiden. Gerade in der Erfüllung ihrer Verpflichtungen dürfen aber die K. E.-Korporationen keinerlei Anlaß zu irgend welchen Bemängelungen geben, ganz abgesehen davon, daß eine gerichtliche Geltendmachung einer Forderung zu dem völlig Unmöglichen gehören muß! Zugegeben soll werden, daß es manchem Bnndesbrnder nicht ganz leicht fallen mag, seiner Beitragspflicht zu genügen, aber wenn er dies ohne jeden Schmerz tun fimute, so wäre es ja kein Opfer für ihn. Gerade darin, daß er sich vielleicht manche kleine Annehmlichkeit versagen muß, um seine Schuld begleichen zu können, zeigt er. daß er nicht nur die Freuden genießen will, die ihm die Verbindung bietet, sondern daß er auch bereit ist, ihre Lasten zu tragen. Es ist ein unwürdiger Standpunkt, das Gute nehmen und das Unangenehme nicht mittragen zu wollen. Allen Kassenwarten kann daher nur der dringende Rat erteilt werden, durch strenge Benutzung der ihnen übertragenen Machtbefugnisse mit dazu beizul ragen, daß die lare Art der Beitragszahlung aufhört. Auch die Ehrenrichter werben gilt tun, die zu ihrer Beurteilung kommenden Fälle dieser Art nicht zu milde anzusehen. Lässige Pflichterfüllung in Kassensachen ist eine Pflichtverletzung wie jede andere!

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