KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 10-11 (1.7.1912)
- Date
- 1912-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Interne Beilage -er K. C.-Blätter Die hier veröffentlichten Mitteillmgen stehen unter dem Ziegel des Konventsgeheimniffes. 1. Juli 1912. Zur gcfl, ßcndjtung. Vom 10. Juli vis 10. August bin ich verreist. Ich bitte höslichst, in dieser Zeit keine Anschriften all die Redaktion zu richten. l)r. Alfred Alsberg. Eine Wngsttour. Wenn ich hier einige Angaben über meine diesjährige Vfingstfahrt mache, so tue ich es in der Absicht und Hoffnung, die Verbindnngen und die einzelnen Perbandsbrüder auf die Schönheiten des Rudersportes aufmerksam zu nmchen. der leider bisher im Af. E. lloch llicht allsgeiibt wird. Am Freirag früh um 5 Uhr fuhren wir — ich gehöre einem Breslauer Ruderklub an — bei schlechtem kalten Wetter in einem Doppelzweier von unferm BootShanse ab. Am Tage vorher lvareu schon die Passierscheine für die Echtellsell besorgt, sodaß wir nicht allzulange ausgehalten lvnrden. Nachdem die beiden Stadtschlellsen und der Breslauer Stadthafeu mit seinem starken Schiffsverkehr glücklich iiberwnllden waren, befanden wir uns auf freiem Fahrwasser. Bald begann die typische Oderlandschast uns eiltgegenzntreten. Wenn man auch nicht die sanftansteigenden Hügelzüge wie die des Neckars oder Bilder wie das Siebengebirge, die der sächsischen Schweiz findet, so bleibt doch der Oderlandschast bei aller Einförnngkeit der Vorzug, das; der größte Teil der Ufer mit Laubwald bestanden ist. In ruhiger Fahrt, voll der Svllile aber stiefmütterlich behandelt lind unter angenehnleu Plaudern und Gesang passierten wir am Bornlittag Dyherrnfnrth mit feinem berühmten indischen Friedhof, Leubns mit'feinem wunderschön gelegenen Kloster. Der erste Tag brachte uns infolge strömenden Regens leider llicht, wie beabsichtigt, nach der Festung Glogau. füiiberrt nur bis Koben, wo wir übernachteten. Am nächsten Tage war uns der Wettergott weiter abhold. An diesem Tage passierten wir das all der Mündung der Bartsch gelegene Schmusen, kamen in Glogau unter der Festungsbrücke dllrch, konnten den sich meilellweit ausdehilenden Park des Prinzen von Schünaich- Carolath längere Zeit gerrießen und trafen dann ans das auf einer Älnhühe schön gelegene Beuthen a. O. Erst der nächste Tag, nachdem alkch er regnerisch und trübe begonnen hatte — wodurch wir uns unsere gute. Stimmung aber llicht rauben ließen —, brachte uns am Nachmittag ans einige Stunden Sonne, die zusaunnen mit bem Wind, der Lust lind dem Wasser uns in unserer Hautfarbe Mulatten ähnlich machte. So passierten wir lloch von wicl»tigeren Orten in den nächsten Tagen das sehr schon gelegene Krossen, das von zahlreicheil Brücken überspannte Frankfurt, das niedlich anmntende und geschichtlich bekannte Lebns, das beriihmre, mit alten FestlnlgSwcrken geschmückre Küstrin. Ta wir an diesen! Abend nicht lnehr all einen größeren Ort kamen, das Wetter auch für diese Nacht zum Biwack gerade nicht sehr verlockend war, so übernachteten wir in der Kajüte eines Oderkuhns oder vielmehr ailf dem Fußboden dieser Kajüte. Wenn wir auch llicht viel geschlafen Hutten, so war doch der Abend mib die Rächt sehr lehrreich für uns, da wir das Leben imb Treiben der Oderschisser aus eigeller Erfahrung kennen lernen konllten. Alll nächsten Tage machten wir nach einer durch Gegenwind lind ziemlichen Wellengang anstrengenden Fahrt 31 Kilometer oberhalb Stettin in Gartz Station. Nächstell Früh lliachte sich unser Boot um 7 Uhr morgens auf den Weg, um die letzten 31 Kilometer der 500 Kilometer langen Strecke zurückzulegen. Als wir um 10 Uhr dann Stettin zll Gesicht bekamen und uns die großen Ostsee-Dampfer entgegenkamen, konnte einem bei dem starken Wellengalige in dem kleinen Boot doch etwas schwül werden. Sehr interessant war die Fahrt durch den Hafen trotz alledem. Um lOVs Uhr legte unser Boot beim Ruderklub „Triton" in Stettin an. Wir wurden sehr freundlich von einigen Mitgliedern des Vereines begrüßt und zu unserer Begrüßung wurde unsere Flagge gehißt. . Erst nach bem wir durch Waschen und Verpackung des Bootes unsere Pflicht erfüllt hatten, nahmen wir eine General-