KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 3 (1.12.1910)
- Date
- 1910-12-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Licht und Schotter. Herausgegeben von HannsvonGumppenberg und unter künstlerischer Leitung von Alfred Au sch er erscheint in München eine neue künstlerisch-literarische Wochenschrift „Licht und Schatten", die sich vor allem die Pflege aller Zweige der Schwarzweißkunst und der gehaltvollen, künstlerischen Novellete angelegen fein lassen will. Jedes Blatt — von der anspruchvollsten Handzeichnung und Radierung bis zum Holzschnitt, Steindruck und Kupferstich — wird in der dafür geeignetsten Technik und in einer Größe wiedergegeben, die den Reiz des Originals voll zur Geltung kommen läßt. Literarisch bildet jede Nummer ein abgeschlossenes Ganzes, in dem feingeschliffene Novelleten ernsten und heitern Charakters und stimmungsvolle Gedichte sich vereinigen. Aus der Fülle lobender Besprechungen, wie sie der jungen Zeitschrift von der berufenen Kritik zuteil geworden sind, greifen wir auf gut Glück ein paar besonders markante Stellen heraus. So schreibt Or. Fritz Coerper bei Gelegenheit einer ausführlichen Besprechung im Feuilleton des „Hamburger Fremdenblattes" vom 18. Oktober 1010 u. a. von der ersten Nummer: „.... Im Format dem „Simplizissimus" ähnlich, sodaß auch größere Schwarzweißblätter ohne störende Verkleinerung der Originale reproduziert werden können; das Papier nicht glatt und dünn, sondern gerauht und fest, wundervoll anzufühlen, die Wiedergabe der Bilder auf diesen: Papier so vollendet, wie man es bisher nur auf feinsten Einzelblättern sah; wie in den Bildern, so im Text alle Theorie nicht nur äußerlich, sondern innerlich bis auf den letzten peinlichen Rest, der uns von den letzten „Kunsterziehungsjahren" vielleicht noch anhaften könnte, ausgeschieden. Alles m:r Gabe, freies Geschenk einer befreiten Kunst. Neben Gedichten zwei — ja, wie sollen wir sagen? — Skizzen. Hamw von Gumppeuberg, der Herausgeber von „Licht und Schattei:", hat das zeitweilig verpönte Wort „Novellette" wieder hervorgeholt, offenbar un: dadurch zun: Ausdruck zu bringen, daß wir heute auch über die impressionistische „Skizze" hinaus anfangeu, zu einer eigenen vollgültigen Kunstform, der kurzen Erzählung, eben der „feingeschliffenen" in gedrängter Kürze ihren Gegenstand erschöpfenden „Novellette", zu gelangen.Nur Qualität und Intensität — das ist das eminent Erzieherische dieser neuartigen Leistimg auf dem Gebiete des Zeitschriftenwesens. Und damit diese Wochenschrift auch auf die weitesten Kreise wirken könne, ist ihr Preis auf 20 Pfg. für das Heft oder 2,25 Mk. im Vierteljahr festgesetzt. Dieser überaus niedrige Preis macht „Licht und Schatten" eigentlich erst zu der Zeitschrift, die sie ist. Denn eine teure Zeitschrift gut und schön zu machen, bedeutet noch keine Lösung des Zeitschrift Problems, bei dem es sich immer nur um eine billige Zeitschrift für unsere Zeit und unser Volk handelt. Die Schaffung dieser neuen Zeitschrift aber ist eine Kulturtat wie jedes große Kunstwerk und zugleich eine scharfe und ehrliche Probe auf unsere künstlerische Kultur." Die „Skizze". Chnrlottenburg bringt in ihrer Nun:n:er 20 des 13. Jahrganges einen langen Artikel „Schwarz und Weiß", der sich nur mit „Licht und Schatten" beschäftigt und u. a. folgende charakteristische Sätze enthält: „Die Fülle der bunt illustrierten Blätter, von denen nur wenige künstlerischen Geschmack offenbaren, hat nun in jüngster Zeit eine gewisse Reaktion hervorgerufen. Man beginnt sich wieder an den Bleistift- und Federzeichnungen hervorragender Künstler zu ergötzen, die unter andern: in einer non Hanns von Gumppeuberg herausgegebeneu neuen, speziell für die Schwnrzweißkuust geschaffenen Wochenschrift „Licht und Schatten" eine Stätte gefunden. Es ist eine Kunstzeitschrift für das Volk! (Die.Hefte werden zum Preise von 20 Pfg. verbreitet). In den nur vorliegenden ersten Heften finde ich Zeichnungen von Max Liebermaun, Franz v. Stuck, Max Slevogt, Julius Diez und anderen ganz musterhaft w i e d e r g e g e b e n. Man glaubt bei diesen Bilder:: Originalzeichnungen vor sich zu haben — Originale in Kreide, Federzeichnung, Lithographie usw. Die Technik ist eine so vollkommenes daß man nicht einmal z:> sagen weiß, welche technischen Mittel fiir die Reproduktion augewendet wurden. . . Der eigenartigen, künstlerischen Gestaltung des Inseratenteils der neuen Zeitschrift endlich widmet die „Basische Zeitung" vom 11. Oktober d. I. eine eingehendere Betrachtung, indem sie schreibt: „. . . . El was ganz Neues und Nützliches will „Licht und Schatten" in: Jnseraten-Anhang bringen. Mit der künstlerischen Leitung ^des Inseratenteils ist zun: ersten Male ein in München anerkannter, zu den allerersten Graphikern zählender Künstler betraut worden. „Licht und Schalten" hat gezeigt — was man selber kaum ahnte — daß man beim Blättern im Inserat ent eil einer Zeitung oder einer Zeitschrift ästhetisch angeregt werden kann. In der Raulueintl lung, Wahl der Lettern und Leisten, in der Verteilung von Licht und Schatten auf der Flüche gehört der sonst nüchternste Teil aller Zeitungen hier zur Vollständigkeit eines in allen Teilen ausgeglichenen Ganzen." Anrn. der Wed. Die Zeitschrift „Licht und Schatten", an der u. a. die Karte llbrüd er Auscher (Badenia) und Molling (Badenia, Licaria) beterugt sind, wird den K. C.ern zum Abonnement empfohlen.