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Altneuland · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
Eine in Vergessenheit geratene Kolonisationsmethode
Date
1906-12-01
Page
Seite 376 (sequence 2)
Language
German
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376 — übrigen Misswirtschaft. Die Geschworenen waren nicht weniger Verbrecher als die Angeklagten. War unter den Geschworenen ein Nicht-Verbrecher, so beanstandete ihn der Angeklagte. Trotz alledem aber hat Neu-Südwales eine beispiellos glänzende Entwicklung genommen. Es hat jetzt eine Bevölkerung von V-j2 Millionen Weissen und einen Aussenhandel von wenig unter einer Milliarde Mark. Man erkennt daraus," so schliesst der Artikel, und wir können daraus einiges lernen, „dass selbst eine Kolonisationsmethode, die so groteske Zustände hervorrief und heute gewiss zu der schärfsten Kritik in der Oeffentlichkeit Anlass geben würde, das Gedeihen einer Kolonie nicht verhindert, sofern nur die Kolonie die natürlichen Bedingungen für wirtschaftliches und politisches Emporkommen besitzt. Es kommt darauf an, dass sich Menschen mit ausreichendem Kapital finden, um diese Bedingungen zu entwickeln. Lassen sie sich durch anfängliche Misserfolge nicht abschrecken, so werden sie mit der Zeit die Schwierigkeiten, die ihnen durch eigene Fehler oder Schäden der Verwaltung bereitet werden, überwinden. Dass die Engländer diesen Zusammenhang richtig erkannten oder fühlten und nie an der Zukunft von Neu-Südwales irre wurden, hat die Kolonie gross gemacht." Mitgeteilt von Hugo Schachte 1. Geologisch-prähistorische Forschungen in Palastina und Aegypten. Der durch seine geologischen und prähistorischen Forschungen in den östlichen Mittelmeerländern bekannt gewordene Berliner Gelehrte Dr. Max Blanckenhorn ist soeben von einem mehrmonatigen Studienaufenthalte in Palästina und Aegypten hierher zurückgekehrt. Dr. Blanckenhorn trat, wie gemeldet wurde, seine Reise mit Unterstützung der Akademie der Wissenschaften im November vorigen Jahres an. Die ersten Monate waren einer eingehenden Besichtigung der durch den Bau der Hedschasbahn geschaffenen geologischen Aufschlüsse, sowie sehr ergebnisreichen stratigraphischen und prähistorischen Untersuchungen im Jordantal und am Karmelgebirge gewidmet. An zahlreichen Stellen des ostjordanischen Hochplateaus fand Dr. Blanckenhorn prähistorische Stationen mit zweifellos altpaläolithischen Feuersteinartefakten, so namentlich bei Maan, im Osten der beühmten Felsenstadt Petra, und bei Dera. Dieselben Spuren ältester steinzeitlicher Kultur waren auch auf dem Karmelgebirge und im Jordantal vorhanden. In letzterem gelang es Dr. Blanckenhorn ausserdem, reiche Sammlungen an Versteinerungen der Eocän-, Pliocän- und Diluvialformation anzulegen, wodurch die Entstehungsgeschichte dieser eigenartigen Bodensenke weitere Aufklärung erfahren dürfte. Leider hatte die Karawane in diesem Teile Palästinas unter andauernden Regengüssen und Kälte zu leiden. Von Ende Januar ab bereiste Dr. Blanckenhorn das Niltal, um über eine Reihe bisher noch strittiger Fragen der Geologie und -JPiähistorie Aegyptens Klarheit zu gewinnen. Insbesondere wandte er seine Aufmerksamkeit den Pliocän- und Diluvialablagerungen des Niltals sowie den teils oberflächlich aufliegenden teils in Schotterbänken eingeschlossenen eolithischen und paläolithischen Artefakten zu, von denen er eine grosse Zahl sammeln konnte. Durch diese Beobachtungen erfahrt unsere Kenntnis der quartären beziehungsweise vorquartären Sedimentbildungen Aegyptens und der Urgeschichte des Menschen daselbst eine dankenswerte Förderung. Von Interesse sind auch die von ihm angestellten Studien über Wüstenerscheinungen und über das Gesetz der Wüstenbildung. Dr. Blanckenhorn beabsichtigt, die Ergebnisse seiner Reise demnächst in mehreren wissenschaftlichen Abhandlungen niederzulegen.

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