Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1906)
- Article
- Seidenproduktion der Welt im Jahre 1905 [Nachricht]
- Date
- 1906-12-01
- Page
- Seite 375 (sequence 2)
- Language
- German
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— 375 — Ferner Osten: China: Ausfuhr von Schanghai . Ausfuhr von Kanton . Japan: Ausfur von Yokohama . Indien: Ausfuhr von Kalkutta und von Bombay . . zusammen . . Im ganzen Ballen 74 085 44 454 94 710 2 265 kg 4 215 000 2 134 000 5 827 000 180 000 Ballen 67/68 000 42/43 000 kg 3 830 000 2 050 000 75/76 000 4 650 000 3 600 280 000 12 356 000 10 810 000 20 500 000 18 550 000 Der Rückgang der Rohseidenproduktion im letzten Jahr ist hauptsächlich der geringeren Erzeugung in Italien und in dem Fernen Osten zuzuschreiben, während der Ertrag in der Levante sogar eine Zunahme gegen 1904 aufweist. Die Produktion in der Levante und Mittelasien nimmt rascher zu als die in Westeuropa und im Fernen Osten, was aus der nachfolgenden Zusammen- Stellung zu ersehen ist: Durchschnitt der Jahre 1876—1880 .... West- ' europa 2 475 Levante und Mittelasien Menge in 639 Feiner Osten 1000 kg 5 740 Zusamnr.en 8 854 1881—1885 .... 3 630 700 5 108 9 438 1886—1890 .... 4 340 738 6 522 11 600 1891—1895 .... 5 518 1 107 8 670 15 295 1896—1900 .... 5 220 1 552 10 281 17 05:; Jahr 1901 .... 5 349 1 874 11986 19 209 „ 1902 .... 5 437 2 443 10 884 18 764 „ 1903 .... 4 361 2 530 11244 18 135 „ 1904 .... 5 917 2 227 12 356 20 500 „ 1905 .... 5 305 2 435 10 810 18 550 (Bulletin des soies et des soieries, Lyon.) „Eine in Vergessenheit geratene Kolonisationsmethode". So ist eine in den „Preussischen Jahrbüchern" (Nov. 1906) veröffentlichte Skizze betitelt. Der Verfasser, Rechtsanwalt Inhulsen-London, schildert die ersten Anfange der Besiedelung von Neu-Südwales. Eine ca. 200 Mann starke Schutztruppe und das Vierfache an männlichen und weiblichen Sträflingen sind die Gründer der Kolonie (1787). Freie Ansiedler kamen erst 9 Jahre später. Weder Handwerker noch Landwirte waren vorhanden, die die ersten Ankömmlinge hätten unterweisen können. Der Gouverneur war gezwungen, die Ver waltungsposten mit Sträflingen zu besetzen, dieselben zu begnadigen und ihnen Landstellen zuzuweisen. Die ehemaligen Sträflinge wurden dadurch keineswegs zu besseren Menschen. Gegen ehrliche Arbeit bestand eine weitverbreitete Abneigung. Noch ca. 50 Jahre nach Gründung der Kolonie, im Jahre 1835, erklärte ein Kolonialrichter: „Die Haupttätigkeit unserer Kolonie besteht in dem Begehen und in der Bestrafung von Verbrechen. Die ganze Kolonie befindet sich beständig auf dem Wege zu den Gerichten." Immer neue Transporte von Sträflingen der verschiedensten Art kamen nach der Kolonie: schlichte Arbeiter und fleissige Handwerker, die aus Not etwas begangen — Gewohnheitsverbrecher, für die zum Teil den englischen Richtern der Galgen zu gut erschienen war — elegante Schurken alier Art — auch Leute, die absichtlich etwas begingen, um in die Kolonie zu kommen —, Halbweltsdamen der gefährlichsten Art. Die meisten verstanden in kürzester Zeit eine bedingte Begnadigung zu erlarjgen. Waren sie erst so weit, so waren sie auch in nichts mehr behindert und konnten sich betätigen, was sie dann ausgiebig und nach eigenem Geschmack besorgten. Die Kolonialrechtspflege brauchten sie nicht viel zu fürchten, die entsprach der