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Altneuland · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 365

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
Elektrische Beleuchtung in Konstantinopel [Nachricht]
Date
1906-12-01
Page
Seite 365 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 365 .- stantinopel zu erhalten. Vor einem Jahrzehnt noch war in der Türkei die Elektrizität nur im Telegraphenwesen in Anwendung, im übrigen aber grundsätzlich verboten. Dieses Verbot besteht jetzt nicht mehr. Für Beirut; Damaskus und Saloniki sind bereits Konzessionen für die Anlage elektrischer Strassenbahnen und die Einführung elektrischer Beleuchtung erteilt worden. In Konstantinopel ist Elektrizität in den Palästen einzelner Botschafter und im Yildiz-Kiosk eingeführt. Gegen die elektrische Beleuchtung der Stadt aber, sowie die Einführung des Telephons und Umwandlung der bestehenden Pferdebahn in eine elektrische machen die obersten türkischen Beamten starken Widerstand geltend. Um diesen Widerstand zu brechen, ist eine amerikanische Gruppe, der Rockefeller nahesteht, bereit, die Kosten von 90 000 Pfund (= 1,8 Mill. M.) zu tragen. Ihr steht ein deutsches Werk, welches ebenfalls für diesen Zweck sehr hohe Kosten tragen will, gegenüber. Die Erteilung dieser Konzessionen wäre von ausserordentlicher Bedeutung für den Aufschwung der türkischen Hauptstadt. Die Einführung einer elektrischen Bahn müsste aber auch den schon lange geplanten Neubau der Karaköj-Brücke beschleunigen, um die sich eine Nürnberger Gesellschaft seit mehreren Jahren bewirbt. Für ausländisches Kapital und ausländische Industrie würde sich hier ein weites Betätigungsgebiet eröffnen. Die Entwickelung Mesopotamiens. Der Sultan und die Entwicklung Mesopotamiens bilden den Gegenstand einer an die Times gerichteten Zuschrift. Danach hat eine vom Sultan mit besonderen Privilegien ausgestattete türkische Gesellschaft Daira im mesopotamischen Delta und weiter nordwärts weite Ländereien zu planmässiger Melioration erworben. Bei der Auswahl der leitenden Beamten ist mit grösster Sorgfalt verfahren worden. Es sind ausgesucht tüchtige Leute, von denen viele in Europa studiert haben, und sie üben die Verwaltung in einer Weise aus, die durch ihre Musterhaftigkeit über alles hervorragt, was das türkische Reich auf diesem Gebiete aufzuweisen hat. Die von der Daira mit der rasch fortschreitenden Entwickelung des Landes gebauten Städte sind die bestgebauten, gesundesten und anziehendsten im ganzen Lande, wie zum Beispiel Amarah, und dabei wird auch ausserordentlich viel für das ErziehuBgswesen getan, und sind in Amarah, Basra und Bagdad wahre Musterschulen errichtet. Weite Landstriche, die früher brach lagen und unter der Einwirkung der Sonne und des Sandes keinen Grashalm hervorbrachten, liefern jetzt die reichsten Ernten. Handelsrecht und Gerichtsorganisation der Türkei. Für unsere Bestrebungen, privates Kapital für industrielle und kommerzielle Unternehmungen in Palästina und dem benachbarten Orient zu gewinnen, ist es von grosser Wichtigkeit, dass die in kapitalkräftigen jüdischen Kreisen viel gelesene Presse in letzter Zeit dem Orient, über den noch so unklare Vorstellungen herrschen, immer mehr Aufmerksamkeit widmet. Ueber „Handelsrecht und Gerichts Organisation" bringt das Berliner Tageblatt .vom 22. Dezember 1906 nachstehenden lesenswerten Aufsatz: Unsere Handelsbeziehungen zu der Türkei, und zwar nicht nur nach den europäischen Gebietsteilen, sondern namentlich auch nach Kleinasien und Syrien haben in den letzten Jahren einen erfreulichen Aufschwung genommen. Grosse

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