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Altneuland · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 360

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
Die landwirtschaftliche Kolonie Bir-Sâlem [Nachricht]
Date
1906-12-01
Page
Seite 360 (sequence 2)
Language
German
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— 360 — und dann mühelos die Früchte ernten, die die Kolonisten mit grossem Aufwand an Zeit, Kraft und Geld gepflanzt hatten. Dieser Zustand verhinderte vor allem die Erschliessung und Entfaltung der Kolonie. Denn es dünkte den Unter* nehmern natürlich Unverstand, aufs Ungewisse, oder vielmehr auf die Gewissheit des Verlustes hin, Geld in das Land zu stecken, das sich im anderen Falle gut verzinsen würde, da der Boden sich trefflich zum Obst- und Weinbau eignet. In den letzten Jahren ist die Erwerbung von Bir-Sälem aufs neue durch die Kaiserliche Botschaft in Konstantinopel in Anregung gebracht worden, aber die Regierung stimmte nur unter der unanriehmbaren Bedingung zu, dass das Syrische Waisenhaus für dies Land auf die Rechte der Exterritorialität verzichte. Endlich, im August d. J., traf von Konstantinopel wider Erwarten die Erlaubnis zum Verkauf ein, und am 15. Oktober wurde vor dem Gouverneur von Jerusalem der endgültige Ankauf vollzogen. Damit sind die Früchte des Fleisses denen gesichert, die sie gepflanzt haben, und das Land geht, so hoffen wir, seiner Blütezeit entgegen. Eine Ackerbauschule, die schon vorher geplant und beschlossen war, kann nun auf eigenem Grund* und Boden aufgeführt werden und ist, falls die notigen Umbauten bis dahin fertiggestellt sind, am 11. November d. J. für 30 Zöglinge eröffnet worden. Bis dahin zählte der Bestand der Kolonie nur 7—12 eigene Leute, die mit Zuhilfenahme von Tagelöhnern aus den dort lebenden Beduinen die Arbeit fortführen. Der Reinertrag aus den Kulturen belief sich im Jahre 1903 auf 1905,52 M., während die Ausgaben für Brunnenanlagen, Neukulturen und bauliche Veränderungen die Summe von 17 608,80 "M. erforderten. Im Jahre 1904 stellte sich der Gewinn aus dem Geschäftsbetrieb auf 1250,50 M., während die Neuanlagen 13 000,75 M. kosteten; für 1905 lauten die Summen auf 2114,32 bezw. 11 532,21 M. Nach 46jähriger Arbeit, Mühe, Hoffnung, Enttäuschung ist nun das anfangliche Ziel im kleinen erreicht; ich glaube, die Geschichte von Bir-Salem kann manches lehren! Z. E. Einfuhr von Zucker, Kaffee und Reis nach Beirut während des Jahres 1905. Die Gesamteinfuhr an Zucker nach Beirut betrug im Jahre 1905 55 677V2 dz gegen 74 804V2 dz im Jahre 1904 und weist somit gegen das Vorjahr eine bedeutende Abnahme auf. Diese ist teilweise wohl auf den Umstand zurückzuführen, dass am Jahresschluss die Lager in Beirut vollständig geräumt waren, weil Russland, welches Land mit den Verschiffungen neuer Produktion bereits im September beginnt, für die Kampagne 1905/06 überhaupt nicht als Verkäufer aufgetreten ist, und weil Oesterreich-Ungarn seine Verschiffungen neuer Produktion erst im November aufgenommen hat. Für sich allein bietet dieser Umstand jedoch keine genügende Erklärung für die Abnahme, und es muss daher als feststehend betrachtet werden, dass der Konsum durch den hohen Preisstand vom Jahresbeginn bis zur neuen Ernte eine erhebliche Einbusse erlitten hat. Die Preisschwankungen drücken sich in folgenden Ziffern deutlich aus: höchster Stand ... 50 Frcs. für Concasses, 40 Frcs. für Kristalle neue Ernte .... 32 „ „ „ 29 V2 »

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