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Altneuland · 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 12 (Dezember 1906)
Article
Palästina-Agrikultur-Gesellschaft
Date
1906-12-01
Page
Seite 346 (sequence 2)
Language
German
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— 346 — er den Boden zu erwerben, ein Haus zu bauen und das allernötigste Inventar anzuschafien. Für den Betrieb seiner Gutswirtschaft aber blieb ihm nunmehr wenig übrig. Dazu kam, dass er bei der vollständigen Unkenntnis der Witterungs- und Bodenverhältnisse den rechten Augenblick für die Ackerarbeit und die Aussaat nicht innehalten konnte. Es war ihm ja auch unbekannt, für welche Kulturen sich der Boden eignete und wie der Fruchtwechsel vorzunehmen war. So kam es, dass die Einwanderer während des ersten Jahrzehntes unendlich litten und andauernd zwischen wirtschaftlichem Leben und Sterben schwebten. Die ersten Ansiedler waren Amerikaner. Sie landeten mit ihren fertig vorgezimmerten Holzhäusern in Jafia und bauten sich im Norden der Stadt an, dort, wo heute die deutsche Kolonie steht, die noch jetzt von den Arabern „Compania - Amelicany" genannt wird. Diese Kolonisten wurden aber von Krankheiten und Entbehrungen so heimgesucht, dass sie gezwungen waren, ihr Werk aufzugeben und an die neu einwandernden schwäbischen Templer Häuser und Anwesen zu verkaufen. Den Württembergern fiel die Kolonisationsarbeit schon leichter, da sie von den Erfahrungen ihrer Vorgänger profitieren konnten, und so entwickelte sich unter ihrer Energie und Arbeitsamkeit die Kolonie Jaffa und die landwirtschaftliche Niederlassung Sarona zur vollen Blüte. Weniger glücklich waren die Templer mit ihrer galiläischen Ansiedelung in Samünie in der Ebene Jesreel. Die grösste Anzahl dieser Kolonisten erlag den Entbehrungen und Strapazen der Pionierarbeiten, und die Ueberlebenden waren gezwungen, diese Position aufzugeben und nach Haifa überzusiedeln, wo sie die nun prächtig gedeihende Kolonie begründeten. Fast gleichzeitig mit der deutschen Kolonisation gründete die Alliance Israelite Universelle die erste jüdische landwirtschaftliche Niederlassung in Gestalt einer Acker- und Gartenbauschule in Mikweh-Israel, für welche ihr von der Krone die Erlaubnis erteilt und ein wertvolles Terrain von über 200 ha kostenlos zugewiesen wurde. Dann folgten in kurzen Zeitintervallen Pethach-Tikwah, Rischon-le-Zion und die übrigen judäischen Kolonien und die Siedelungen in Samaria und Galliläa. Mit dem Fortschritte des Kolonisationswerkes und vielleicht noch mehr mit dem Ausbau des Strassen-

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