Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1906)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 339 (sequence 2)
- Language
- German
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339 — über den türkischen Prozess unterrichten wollen, bestimmt, da zum Verständnis der Terminologie usw. juristische Kenntnisse erforderlich sind. Es ist den gesinnungsgenössischen Juristen, die sich für türkisches Recht interessieren, zu empfehlen. Ganz andere Zwecke als das dem Studium gewidmete erstgenannte Buch verfolgt die Schrift von Papasiau. Sie wendet sich direkt an die Praxis und will den Ausländern sowie den in der Türkei wohnenden Fremden, die mit den ottomanischen Gesetzen nicht vertraut sind, über jede Rechtsangelegenheit Auskunft und Ratschläge erteilen. Dazu ist das Buch nach Frage und Antwort eingerichtet und in deutscher und französischer Sprache verfasst. Dem Zwecke gemäss ist es auch nicht systematisch angeordnet, wenn es auch die einzelnen Fragen und Antworten in Abschnitten unter besonderen Stichwortern zusammenfasst. Nach meiner Ansicht ist die Anordnung eines Buches in zusammenhängender Rede besser als die nach Fragen und Antworten, besonders wenn auch ein gutes alphabetisches Schlagwuiter Verzeichnis, welches hier naturgemäss fehlt, dafür gesorgt ist, dass man jedes gewünschte Rechtsinstitut sofort aufsuchen kann. Für eine eventuell nötig werdende Neu-Auflage möchte ich dem Verfasser empfehlen, sein Buch dementsprechend umzuarbeiten; auch würde es praktischer, weil billiger, sein, die Schrift in mehreren Ausgaben (französisch und deutsch getrennt) herauszugeben und auch eine englische Uebersetzung anfeitigen zu lassen. Für unsere Kolonisten in Palästina dürfte es empfehlenswert sein, das Buch in das Hebräische oder den Jargon zu übersetzen, da es für den Laien sehr viel Wissenswertes bietet. Hamburg. Dr. B. Tannenwald. Herr Dr. Sandler-Breslau schreibt uns: In meinem Artikel über die Lepia in Palästina (Altneuland, März 1905) habe ich die Arbeit von Jeansclme und Jacobsohn-Paris (Lepra, Bibliotheca internationalis, 1903, Vol. 3) nicht berücksichtigt. Ich möchte hier nachtragen, dass die Gesamtzahl der Leprösen in Palästina von jenen Autoren auf 400 — 800 geschätzt wird, von denen ein grosser Teil nach Jerusalem komme, um dort zu beiteln. Diese Schätzung stimmt also mit den von mir erwähnten — Sandrezki (1895) ca. 600, Tiburtius (1902) 300 — ungefähr überein. Dr. Sand ler. VERMISCHTES. Künstliche Bewässerung in Kalifornien. Den Wert der künstlichen Bewässerung in warmen Ländern haben wir häufig in unserer Zeitschrift behandelt. Für Palästina hat die künstliche Bewässerung besonders in den Teilen, wo die Niederschläge nicht ausreichen, wie z. B. im Jordantal und im Süden des Landes, eine grosse Bedeutung. Aber auch dort, wo die Regenmenge zur Erzeugung von Getreide urd anderen Feldfrüchten, sowie von manchen Obstsorten ausreicht, d. i. im grössten Teile Palästinas würde die künstliche Bewässerung einerseits die Intensivierung des Feldbaues, andererseits die Einführung solcher Obstsorten ermöglichen, die einer Bewässerung bedürfen und, was besonders wichtig ist, einen regelmässigen lohnendecrOercmsebau ins Leben rufen. Wir lassen hier die Ausführungen D. Sandmanns in seinem von uns in unserer Nr. 2 besprochenen Werkchen über „Obstbau und Obst-