Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1906)
- Article
- Der wirtschaftliche Wert der Sinai-Provinz [Nachricht]
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 330 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 330 — falls scheinbar wertlosen Gebiet hat der Khedive in den letzten Jahren Arbeiten vornehmen lassen, durch die wie mit einem Schlage klar geworden ist, dass das ganze ägyptische Mittelmeergebiet zwischen Alexandria und dem Hochland von Barka wieder Kulturland werden wird. Dasselbe ist zweifellos mehr oder weniger auch in diesem östlichen Küstenstreifen möglich, und schon jetzt spricht man davon, dass der Khedive auch diesem Landstrich sein Interesse zuwenden will. - Mittelmeer-Bergwerks-Studien-Gesellschaft m. b. H. Dem Einanz- und Handelsblatt der Vossischen Zeitung vom 19. u. 20. Nov. entnehmen wir folgende Mitteilung über das vor kurzem deutscherseits gegründete Montan-Syndikat für den Orient mit einem Stammkapital von 300 000 Mark. Die Internationale ßohrgesellschaft Erkelenz, Beer, Sondheimer & Co.» die Schlesische Zinkhütten Akt.-Ges. Lipine, die Nationalbank für Deutschland, das Bankhaus Hugo Mainz & Co., Hamburg, und die Deutsche Levante-Linie gründeten heute die obige Gesellschaft. Als Sitz des Unternehmens ist Berlin bestimmt. Zu den Geschäftsführern wurden bestellt die Herren Dr. jur. Friedrich Köhler in Berlin und Berg wer ksingenieur Dr. Naumann in Frankfurt a. Main. Ueber dasselbe Syndikat finden wir ferner in der „Breslauer Zeitung" folgenden ausführlichen Bericht: Deutsches Bergbau-Syndikat für den Orient. Als eine nicht sowohl durch die Höhe des Kapitals als durch die Bedeutung hoher wirtschaftlicher Einsicht und durch die Beziehungen der beteiligten Firmen bedeutsame Gründung stellt sich die soeben in Berlin erfolgte Konstituierung eines deutschen Bergbausydikats für den Orient dar. Es zeigt die Richtung an, in der sich der Unternehmungsgeist unserer Bankindustrie und Schiffahrtsfirmen zu betätigen beflissen ist, wenn es auch heute nicht mehr überraschen darf, dass der Orient » als gewichtiges Zukunftsland von seriösen, im Verkehr mit dem Auslande erfahrenen Firmen angesehen wird. Auch abgesehen von den Bahnbauten der Deutschen Bank in Anatolien, die in der Bagdadbahn ihre Fortsetzung finden, hat unsere grösste und leistungsfähigste Schiffahrtsgesellschaft das Netz ihrer regelmässigen Dampferlinien bis nach dem Persischen Golf ausgespannt, und auf dem ganzen Wege dorthin durch das Mittelländische Meer, den Suezkanal und das Rote Meer finden wir die deutschen Spuren des deutschen Kaufmanns. Vor allem aber hat die deutsche Bankwelt auf der Balkanhalbinsel, in der Türkei, in Aegypten und Kleinasien festen Fuss gefasst, und zahlreiche Erkundigungsreisen haben erwiesen, wie weite Gebiete der Levante wie des gesamten Orients noch der Unternehmungslust unserer Kaufleute und Industriellen ein dankbares Feld eröffnen. Auch für den Bergbau fehlt es in den meisten Ländern des Orients nicht an Vorarbeiten und Veisuchen, und gerade die Aussichten, die sich einer planmässigen, die höchsten Eriungenschaften der Technik berücksichtigenden Arbeit unseier Ingenieure dort eröffnen, haben die Idee reifen lassen, einige unserer leistungsfähigsten Montanfirmen zusammen mit prädestinierten Banken und einer, um Levante-Handel und - Verkehr besonders verdienten und in der gesamten Levante über eine bewährte Organisation verfügenden Reedereien für die Betätigung eines dauernden Interesses an der bergbaulichen Erschliessung des Orients i zu gewinnen Die Internationale Bohrgesellschaft darf wie kaum ein anderes Bohrunternehmen qualifiziert erscheinen, mit Rat und Tat bei der Inaugurierung einer einheitlichen und grosszügigen Bergwerksarbeit mitzuwirken,