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Altneuland · 1906-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1906) · p. Seite 328

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Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1906)
Article
Getreidehandel in Syrien und Palästina [Nachricht]
Date
1906-10-01
Page
Seite 328 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 328 — An Gerste wurden aus Gaza, dem wichtigsten Exporthafen für diesen Artikel, 7500 t nach England verfrachtet. Beirut exportierte 1200 t nach England und 450 t nach Antwerpen. Die Preise waren 13—13,25 Fr. für den Doppelzentner franko Bord. Unterm 8. Oktober berichtet derselbe Generalkonsul folgendes: Obgleich die Verwaltung der Eisenbahn Beirut—Rajjak—Hamä, dem gesteigerten Getreidetransport Rechnung tragend, die Zahl der Güterzüge vermehrt hat, dürfte diese Massnahme doch kaum hinreichen, um dem Ausfuhrbedürfnis der Getreide erzeugenden Gebiete Nordsyriens und insbesondere der Orontesebene zu genügen. Die erwähnte Bahn ist in diesem Jahre über IJamä hinaus um 143 km nach Norden bis Aleppo verlängert worden, und am 5. v. M. ist die neue Strecke Hamä—Aleppo dem Verkehr übergeben worden. Infolgedessen wird ein grosser Teil des im Gebiete der neuen Bahn geernteten Getreides über Beirut zur Ausfuhr gelangen, während er früher über die .Häfen Alexandrette und Tripolis ausgeführt wurde. Beirut dürfte sich sonach infolge seiner Bahnverbindung mit Aleppo, dessen Hinterland beträchtliche Mengen Getreide erzeugt, immer mehr zum Stapelplatz für nordsyrisches Getreide entwickeln, während das andere grosse Zentrum syrischer GetreideerzeuguDg, der Haurän, sein Getreide mehr über Haifa und Akka zur Ausfuhr bringt. Industrielle Betriebe in Südpalästina. Die Deutschen haben sich in Palästina frühzeitig der industriellen Tätigkeit zugewendet und sich darin an die führende Stelle gesetzt. Sie begannen zunächst mit mechanisch betriebener Müllerei. Zurzeit befinden sich, im Bezirk des Vizekonsulats Jaffa acht Dampfmühlen in deutschen Händen, während solche in fremden Händen nicht bekannt sind. Das Geschäft hat aber in den letzten Jahren an Rentabilität bedeutend eingebüsst, seitdem der Mühlenbetrieb mit Petroleummotoren aufgekommen ist, welcher nur soviel technische Kenntnis erfordert, dass sie sich jedermann leicht aneignen kann. Eine neunte deutsche Mühle wird gleichfalls mit einem Petroleummotor betrieben. — Von anderen industriellen Anlagen in deutschen Händen sind zu nennen: Eine mechanische Werkstatt und Eisengiesserei, die sich soweit entwickelt hat, dass sie zurzeit 40 Arbeiter beschäftigt. Von ihr sind, seitdem die Petroleummotoren in Palästina zu Bewässerungszwecken Eingang gefunden haben, im ganzen 193 Motoren mit 83672 PferdekrältwD *-£S Deutschland eingeführt worden. Gegenwärtig ist ihr der Bau einer 60 m langen eisernen Landungsbrücke in Ghaza übertragen. Eine Zementplatten- und Steinfabrik mit einer hydraulischen Presse. Eine Makkaronifabrik (1905 angelegt). Eine Eisfabrik, die bisher mit einem Petroleummotor von 20 Pferdekräften gearbeitet und im letzten Jahre eine Ersatzanlage im Gesamtwert von etwa 100 000 Franken mit einer Dampfmaschine von 46 Pferdekräften aus Deutschland neu bezogen hat. An der Hauptindustrie des Bezirkes, der Seifenfabrikation, beteiligen sich die Deutschen nicht. Sie wird indessen ohne Maschinen und nur handwerksmässig betrieben. Von anderen Anlagen sind aus dein Bezirk die folgenden zu nennen: die Werkstätten der Eisenbahn Jaffa—Jerusalem; die mechanische Werkstätte mit 60 Arbeitern; die Kellereien in Rischon mit einer Dampfmaschine von 200 Pferde-

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