Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1906)
- Article
- Wetterbericht
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 327 (sequence 3)
- Language
- German
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— 327 — vollständigen Angaben von der jüdischen Kolonie Melhamije am Jordan, unweit des Dschisr-el-Medschami verdienen vorderhand relativ mehr Vertrauen als die des griechischen Klosters Kasr Hadschla. Die letzteren beginnen auch leider erst mit dem Dezember, doch kann wohl angenommen werden, dass der nicht gemessene Niederschlag der Monate September bis November diesmal äusserst minimal war. Bezüglich des Dezember habe ich zu bemerken, dass ich selbst am 23. Dezember 1905, für welchen Tag der Beobachter in Melhamije .26,4 mm, der im Käsr Hadschla nur 3,5 mm Regen angibt, mit meiner Karawane vom unteren Wadi Far'a aus das Jordantal gen Jericho hinabzog unter strömendem, beinahe den ganzen Tag anhaltenden Regen, dessen Menge ich auf allerwenigstens 20 mm schätze. Da es auch in Jericho an diesem Tage fortwährend gegossen haben soll, und ein von Osten herkommender Zabtye alle Wadis am Jordan als unpassierbar für Lasttiere erklärte, wegen des ganz aufgeweichten Bodens, so kann ich mir nicht recht vorstellen, dass in dem nahe gelegenen Kasr Hadschla nur 3,5 mm Regen fielen. Vielleicht wäre 23,5 mm richtiger. Für den ganzen Monat März gibt die Liste von Kasr Hadschla gar keinen Regentag an. Für Mai nur einen einzigen mit 13 mm. Danach wäre am letztgenannten (14.) Maitage am unteren Jordan mehr Regen gefallen als auf sämtlichen unter meiner Kontrolle stehenden Regenstationen Palästinas am gleichen Tage, was auch wieder nicht recht glaubhaft ist. Vielleicht umfasst die Zahl 13 wenigstens auch noch den Regen vom 13. Mai, der sonst allgemein Regentag war, mit ein. Die Gesamtregenmenge 187 mm und die Zahl der Regentage in Kasr Hadschla (17) ist auffallend gering, viel geringer noch als in Der'ät im Ostjordanland; die entsprechenden Zahlen von Melhamije sind dagegen auffällig hoch, höher als an den Küstenplätzen Sarona und Wilhelma. M. Blanckenh o rn. PALAESTINA UND NACHBARGEBIETE Getreidehandel in Syrien und Palästina. Der deutsche Generalkonsul in Beirut berichtet unterm 6. September: Die im Juli begonnene Ausfuhr von Weizen aus Syrien und Palästina nach Aegypten wurde im August in vollem Umfange fortgesetzt. Die zwischen diesen Ländern bestehenden Dampferverbiniungen genügen zur Bewältigung der Ausfuhr nicht annähernd, sodass zahlreiche Segelschifie gechartert werden mussten. Der Grund zu diesem bedeutenden Weizen export nach Aegypten liegt in dem mittelmässigen Ausfall der dortigen Getreideernte und in der dadurch veranlassten Preissteigerung, die die Getreideausfuhr nach Europa weniger gewinnbringend erscheinen lässt. Die Menge des im August aus Syrien nach Damiette, Rosette und Alexandrien verfrachteten Weizens wird auf 4000 Tonnen geschätzt. Hauptausfuhrhafen ist Haifa, das infolge der neuen Eisenbahnverbindung eine beträchtliche Menge Weizen aus dem Hauran exportiert hat. Infolge der gesteigerten ägyptischen Nachfrage war der Weizenexport nach Europa gering. Nur wenige Ladungen gingen nach Marseille und Italien. Die Preise schwankten für den Doppelzentner zwischen 17 und 17,50 Fr. frei Bord.