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Altneuland · 1906-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1906) · p. Seite 316

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1906)
Article
Bericht des Bezalel
Date
1906-10-01
Page
Seite 316 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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— 316 — Die untere (Vorbereitungs-) Klasse wird von acht Schülern besucht, die sämtlich aus Jerusalem stammen. Sie werden im Zeichnen unterrichtet und bekunden alle ein befriedigendes Talent. Wenn sie sich ausbilden und zu einem erwünschten Ziel gelangen, so wird es einzig und allein das Verdienst des „Bezalel" sein, der sie auf die richtigen Wege gewiesen hat und ohne den sie, wie so viele andere Talente, unerkannt in der Jeschibah zugrunde gegangen wären. Diejenigen, die tagsüber ihrem Gewerbe nachgehen müssen, haben Gelegenheit, sich in den Abendkursen des „Bezalel" durch zweckentsprechenden Zeichenunterricht an eine vollendetere Ausübung ihres Handwerks zu gewöhnen. Hier sind die verschiedensten Altersstufen vertreten. Hier bietet sich die Gelegenheit, Talente zu entdecken und zweckmässig auszubilden. Die Schüler der Bildhauerei lernen in einem besonderen Atelier ihre Arbeiten in Gips umzugiessen. Ausser ihnen sind in dieser Abteilung sechs Schüler, die die Gipsgiesserei als spezielles Handwerk zu erlernen haben, die daneben auch Unterricht im Zeichnen erhalten. Erfreulich ist, dass der Unterricht in diesem Atelier bereits nach ganz kurzer Zeit ein praktisches Resultat gezeitigt hat. Ein Schüler, der in der Bezalel-Schule die Gipsgiesserei erlernt hat, hat sich in Jerusalem eine eigene Werkstätte eröffnet, in der er nach Modellen, die die Bezalel-Schüler verfertigen, Reliefbilder von Ansichten und Typen aus dem Heiligen Lande in Gips giesst. Auf diese Weise hat bereits ein Mann in einem Fache Erwerb gefunden, das bis jetzt im Lande gänzlich unbekannt war. Drei Abteilungen: für Spinnerei, Färberei und das Teppichknüpfatelier stehen miteinander in enger Verbindung. Die Spinnerei lernen 45 Schülerinnen, Mädchen und Frauen. Zur Zeit, die für die Anmeldung bestimmt war, haben 400 Frauen. Witwen, Waisen, Kinder armer Eltern mit Tränen in den Augen um Aufnahme gebeten. Leider mussten aber trotz des Weinens und Klagens der armen Bittenden 355 infolge des engen Raumes und Mangels an Mitteln zurückgewiesen werden. Die Teppichabteilung ist erst am 14. Mai eröffnet worden und brachte schon nach kurzer Zeit erfreuliche Erfolge. Die Schülerinnen, die nicht gewohnt waren, einen Stift in der Hand zu halten, verstanden bald die für ihre Arbeiten nötigen Zeichnungen zu kopieren, und die begabteren unter ihnen pflegen sogar den Schülern bei der Vorbereitung der gemalten Muster

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