Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 9 (September 1906)
- Article
- Informationen über Cypern
- Date
- 1906-09-01
- Page
- Seite 266 (sequence 4)
- Language
- German
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— 266 — in Larnaca ein Minjan vorhanden, das eine Synagoge, jedoch keine Schule hat. Aber Gruppen, die zusammen eine Kolonie bilden, können auch selbst für die notwendigen Einrichtungen sorgen. DIE ENTDECKUNO DES WILDEN URWEIZENS IN PALAESTINA. Von Prof. Dr. G. Schweinfurth*). Das Naturhistorische Hbfnruseurn zu Wien besitzt seit fünfzig Jahren das Exemplar einer Grasart, an das sich kulturhistorische Fragen von größter Tragweite knüpfen, und das aus diesem Grunde Gegenstand vieler Kontroversen« geworden ist. Nach dem Urteil des Altmeisters der Zerealienkunde, des Geh. Rats Professor Körnicke in Bonn, dürfte man die Pflanze als die wilde Stammart unseres Kulturweizens betrachten. Der österreichische Botaniker Theodor Kotschy hatte sie auf einer seiner zahlreichen Orientreisen bei Raschaja am Hermon aufgelesen, die Bedeutung seines Fundes aber nicht geahnt. Ueber das wilde Indigenat der Pflanze sowie über den Grad ihrer Verwandtschaft mit dem Kulturweizen wurden Zweifel geäußert, obgleich Körnicke, der die Pflanze in seiner Monographie der Getreidearten (1885) unerwähnt gelassen, weil infolge eines unglücklichen Zufalls die im Wiener Museum gemachten Notizen verlegt waren, nachträglich mit voller Bestimmtheit und in bejahendem Sinne sein Urteil abgegeben hatte. In den Verhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins für Rheinland und Westfalen hatte Körnicke dann 1889 die Kotschy sehe Pflanze genau beschrieben und sie als die Wildform des Emmers (Triticum dicoccum) mit dem Namen var. dicoeeoides bezeichnet. Körnicke hatte an dem einen Exemplar des Wiener Museums auch den Beweis erbringen können, daß die Pflanze als eine wildwachsende, nicht etwa als eine verwilderte Form oder ein Kulturflüchtling zu betrachten sei. Es ist bekannt, daß unsere Getreidearten *) Mit Genehmigung des Verfassers drucken wir hier den in der „Vossischen Zeitcrag" *om 21. September 1906 veröffentlichten Artikel ab, der die Mitteilungen des Verfassers in unserer vorigen Nummer 7/8 über die Auffindung des wilden Urweizens in Palästina in. dankenswerter Weise ergänzt D. Red. \