Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Rückgang der Olivenölausfuhr aus Spanien [Nachricht]
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 254 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 254 — wovon nach Nordamerika 11000 000 kg-, nach Südamerika 10 000 000 kg, nach Deutschland 2 600 000 kg, nach Oesterreich 3 700 000 kg, nach Frankreich 7 400 000 kg gingen- Italien, das keine Oliven geerntet hatte, führte mehr Olivenöl aus als Spanien und erzielte für sein gemischtes Produkt höhere Preise als Spanien für das reine Oel; nach Argentinien allein lieferte Italien 10000000 kg und Spanien nur 2 200 000 kg. Hierbei ist in Betracht zu ziehen, dass die von der Regierung subventionierte Dampfschiffahrtsgesellschaft „Compania Transatlantica Espanola" italienische Oele von Genua nach Buenos Aires billiger befördert als spanische über den kürzeren Weg von Cadix nach Buenos Aires. Da die Olivenölausbeute Spaniens im Jahre 1905 sehr knapp ausgefallen ist, befindet sich die Oelindustrie des Landes in einer besonders schwierigen Lage. Die Handelskammer von Cordova hat sich hierdurch veranlasst gesehen, dem spanischen Kabinett eine Petition einzureichen, in der unter Darlegung der vorstehend ausgeführten Verhältnisse um die Einrichtung von Freihäfen in Malaga, Sevilla und Cadix gebeten wird. Die Freihäfen würden die Fähigkeit der spanischen Industrie, namentlich aber der Olivenölindustrie, den Wettbewerb im Welthandel aufzunehmen, in hervorragender Weise fördern und in vielen Fällen erst schaffen. (Nach Daily Consular and Trade Reports.) Aus der italienischen Hutindustrie. Unter den Industrien, die sich auch zur Aufnahme in Palästina eignen, gehört die Hutindustrie. Besonders käme wohl die Strohhutfabrikation in Frage. Die nachfolgende Mitteilung über die Bedeutung der Hutindustrie in Italien verdient unsere Beachtung. Die italienische Hutfabrikation zeigt seit Jahren einen schönen Aufschwung. Sie ist, namentlich was Strohhüte anlangt, für das Land eine Exportindustrie ersten Ranges. Doch auch die Herstellung von Woll- und Filzhüten prosperiert so sehr, dass durch sie nicht nur der inländische Bedarf gedeckt, sondern auch ein zunehmendes Ausfuhrgeschäft unterhalten wird. Die feinsten Haarhüte werden in Alessandria erzeugt, in welcher Stadt eine bekannte grosse Fabrik sich befindet. Der Qualität nach reiht sich unmittelbar an Alessandria die kleine Industriestadt Intra am Lago Maggiore, wo sich sieben Filzhutfabriken mit 550 Arbeitern befinden. Ein anderes Industriezentrum, namentlich für weiche Hüte mittlerer Qualität, ist Biella mit 19 Filzhutfabriken und zirka 700 Arbeitern. Die Wollhutindustrie hat ihren Sitz fast ausschliesslich in Monza. Hier werden weiche und harte Wollfilz- und Haarfilzhüte hergestellt. Die Hutfabrikanten von Monza sind kartelliert. In 14 Fabriken werden 7000 Arbeiter beschäftigt. Es handelt sich sonach hier um eine Grossindustrie modernen Charakters. Diese Industrie exportiert jährlich um zirka 61/2 Millionen Lire, davon um 1^2 Millionen nach Rumänien, wo seit einigen Jahren eine italienischrumänische Hutfabrik besteht. An zweiter Stelle unter den Ländern, die für diesen Aussenhandel in Betracht kommen, sind Oesterreich-Ungarn und die Schweiz zu nennen, welche jährlich für je 600 000 Lire Monzeser Hüte aufnehmen. Täglich werden in Monza 50 000 Hüte fabriziert. In Acquaseria am Comersee werden sehr feine Wollhüte hergestellt; ähnliche Ware liefert eine Firma in Turin. In Mortara befindet sich ein Haus für die Fezerzeugung. Die Strohhutfabrikation ist in Toskana konzentriert, welches in dieser Branche zirka 85 000 Arbeiter beschäftigt. Signa bei Florenz ist der Hauptsitz