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Altneuland · 1906-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1906) · p. Seite 241

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Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1906)
Article
Ernteaussichten und Getreidehandel in Syrien und Palästina [Nachricht]
Date
1906-07-01
Page
Seite 241 (sequence 1)
Language
German
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IRI
…/2266000-2266027-2266035--1918-2268481
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— 241 — Ernteaussichten und Getreidehandel in Syrien und Palästina. Der deutsche Generalkonsul in Beirut belichtet unterm 6. Juli: Da auch der Monat Mai d. J. ungewöhnlich reich an Niederschlägen war, so sind die Ernteaussichten in den meisten Gegenden Syriens fortdauernd günstig. Nur in dem schon ausserhalb Syriens gelegenen Wilajet Adana haben sich infolge der lang andauernden, in dieser Jahreszeit ganz ungewöhnlichen Regenperiode die Ernteaussichten verschlechtert; in der dortigen Bevölkerung herrscht die Besorgnis, dass beim Ertrag von Weizen und Gerste in diesem Jahre ein grosser Ausfall zu verzeichnen sein wird. In diesem Monat wird mit der Einbringung der Gerste begonnen, im nächsten Monat wird der Weizen geerntet. Ende Juli wurde berichtet: In den Niederungen und Küstenstrichen ist die Getreideernte beendet worden, während sie in den höher gelegenen Gegenden noch andauert. Von dem Gesamterträgnis der Ernte lässt sich daher ein sicheres Bild noch nicht geben, es soll nach den bisherigen Schätzungen recht günstig sein. Die Ausfuhr von Getreide ruht zurzeit, da die von früher noch vorhandenen Vorräte zum Teil für den Lokalbedarf benötigt werden und die Exporteure andererseits den Gesamtausfall der Ernte abwarten wollen. Jüdische Kolonisation in Palästina. Wir lassen hier einige Mitteilungen folgen, die in den verschiedenen nichtjüdischen Tageszeitungen in der letzten Zeit auftauchten. Die „Köln. Ztg." brachte am 27. Juli folgende Korrespondenz aus Kairo: Wie aus Jerusalem berichtet wird, ist in den letzten Monaten eine grosse Anzahl jüdischer Einwanderer aus Russland und Rumänien dort eingetroffen. Man schätzt die Zahl der Einwanderer, die sich in Jaffa ausgeschifft haben, auf 5000. Die Einwanderer haben sich hauptsächlich in der Nähe der Städte Ramleh und Lydda niedergelassen. Fast das ganze fruchtbare Land ist bereits in Händen der Juden, die es mit grossem Geschick und viel Fleiss bearbeiten sollen. Zurzeit durchforschen jüdische Finanzleute die Gegend östlich vom Jordan, nach Kerak zu. Man hat hier sehr fruchtbaren Boden gefunden, nur bildet die Nähe von Beduinenstämmen ein Hindernis der friedlichen Ansiedlung. Die Finanzleute haben sich daher mit der türkischen Regierung in Verbindung gesetzt und sie um Schutz gegen Ueberfälle von Beduinen gebeten. Die „Lodzer Zeitung" brachte unter dem 11. Juli folgende Meldung: Fabrikation in Palästina. Vor einiger Zeit haben wir unter dieser Spitzmarke mitgeteilt, dass sich hier eine Genossenschaft bildet, der sich auch einige Bialystoker anschliessen, um in Palästina eine Weberei zu errichten. Die letzten Ereignisse in Bialystok sollen hierbei nicht ohne Einfluss geblieben sein. In Kürze wird von einer Gruppe Kapitalisten ein Bevollmächtigter mit einem Fachmann nach Palästina entsandt, um Studien zu machen. Ein grosses Kapital ist aber dazu erforderlich. Wenn man in Lodz z. B. mit einem kleinen Kapital Manufaktur waren zu fabrizieren anfangen kann, so liegt das an den günstigeren Vorbedingungen. Hier sind Spinnereien, Färbereien u. a., während in Palästina dies alles erst geschaffen werden muss. Bei grossem Kapital aber kann man in Palästina, wie Sachverständige erklären, ein gutes Geschäft machen, zumal die Weberei in der Türkei wenig vertreten ist.

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