Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1906)
- Article
- Informationen über Palästina
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 211 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 211 — Die neue jüdische Oelfabrik bei Lydda. Diese Fabrikation ist noch sehr ausdehnungsfähig. Mahlmühlen, von denen eine grössere Anzahl in jüdischen Händen ist, und von denen noch viele mehr in jüdischen Händen sein könnten. An geeigneten Orten eine sehr chancenreiche Industrie — besonders wenn in Verbindung mit Getreideaufkauf. Allem Anschein nach würden auch folgende Industrien gute Resultate erzielen können: Bessere Gerberei, Spinnerei und Weberei, Schuhfabrikation, Spiritusbrennerei u.. a. m. Ausser den erwähnten Industrien wäre noch besonders am Platze die Einführung aller Arten von Klein- und Hausindustrie, durch die den zahlreichen unbeschäftigten Juden im Lande Verdienst geboten werden könnte. Diese Industrien könnten — zum grossen Segen für die Bevölkerung — von den niedrigen landesüblichen Arbeitslöhnen profitieren. Uebliche Löhne für die Haususw. Industrie 1—2 Francs per Tag. In abgelegenen Bezirken — wie Saida z. B. — wäre die Bevölkerung glücklich 5—7 Francs per Woche und per Familie (!) zu verdienen. Handel. Der Kleinhandel gilt in den grösseren jüdischen Niederlassungen im allgemeinen als überfüllt und ist ausserhalb der jüdischen Kolonisations- und Wohngebiete neuen Einwanderern der Sprache usw. wegen nicht anzuraten. Dagegen wäre noch reichlich Raum für Niederlassung grösserer und mittlerer Kapitalisten als Grossisten und für grösseren direkten Bezug der hauptsächlichsten Bedarfsartikel im Lande. Neue Ankömmlinge, die über Branchenkenntnis und Kapital verfügen, könnten bei einem Geschäft grösseren Umfanges die mangelnde Vertrautheit mit den Landesverhältnissen dadurch wett machen, dass sie einen Kompagnon aufnehmen. Der Handel mit den hauptsächlichsten Exportprodukten — besonders Getreide — gibt schon jetzt die Möglichkeit bedeutender Umsätze, vorausgesetzt auch hier, dass Fachkenntnis, Kapital und Vertrautheit mit den Landesverhältnissen sich vereinen. — Besondere Beachtung verdient der Export palästinensischer Landesprodukte, wie Trauben, Orangen und andere Früchte, Olivenöl und Seife, Gemüse, Geflügel und Eier usw. usw. nach Aegypten, das einen nahen und unerschöpflichen Markt darstellt. Import und Export Palästinas betrugen in den letzten Jahren durchschnittlich: Import: ca. 28 000 000 Fr es. jährlich; Export: ca. 28 000 000 Frcs. jährlich.