Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1906)
- Article
- Wasserwirtschaft und Wasserbau in Palästina
- Date
- 1906-06-01
- Page
- Seite 182 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 182 — ' Die sekundliche Geschwindigkeit, zu 0,5 m/Sek. angenommen, gibt Qi 5r- 0,5 oder 1=^-0,5 l/^ (/ 0,5 2 m, womit "Wassertiefe ai 1 m. Diese fünf Hauptgräben müssen somit folgende Dimensionen erhalten: Grabenbreite 2 m Grabentiefe 1,2 m, vom Terrain gemessen. Kleinere Verbindungsgräben zwischen den Hauptgräben bewässern das Zwischenterrain. Durch eine derartige Anlage hätten wir somit der Kultur ein Land von ca. 50 000 000 m2 zurückgegeben, und von dem Augenblick an, in welchem die Bewässerungen der Ebene Genezareth, des Jordantales und der Bergfüsse ins Leben treten würden, wäre das Jordantal am Nordende des Sees Genezareth bis beinahe zum Einfluss des Jabok in den Jordan ein tropisches Paradies. Es könnten nach und nach an den Berglehnen Bäume angepflanzt werden, es würden schattenspendende Wälder entstehen, und mit Hilfe des heutigen Wissens müsste dieses Land schöner und fruchtbringender wiedererstehen, als es je in früheren Zeiten war. Diese Aenderung ist jedoch nur dann denkbar, wenn die Türken nicht mehr dort zu herrschen haben, denn wo der Türke seinen Fuss hinsetzt, da wächst kein Gräslein mehr. Schwer haben die vielen Kolonisten dort, hauptsächlich Württemberger, unter dem türkischen Regiment heute noch zu leiden, und hundertfältige Dankgebete würden gen Himmel schallen, wenn nur annähernd deutsche Regierungsverhältnisse sich dort entwickeln würden. Im Altertum wandte man den Quellen und den Bewässerungsanlagen die grösste Sorgfalt zu, denn das Wasser ist dort der Lebensnerv. Heute rührt kein Mensch Hand und Fuss, um nur aus den alten Anlagen Nutzen zu ziehen. Ich erinnere nur an die meilenlangen Wasserleitungen von Jerusalem, an die mächtigen Teichanlagen, welche weit abgelegene Quellen in sich aufnahmen und den Kanalleitungen überlieferten. Noch heute bewundern wir die salomonischen Teiche im Westen von Bethlehem, welche ihr Wasser nach Jerusalem geben. In und