Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1906)
- Article
- Bericht des "Esra", Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien pro 1904 und 1905 [Nachricht]
- Date
- 1906-05-01
- Page
- Seite 160 (sequence 2)
- Language
- German
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— 160 — Eine dritte, speziell für die Kolonisation Palästinas wichtige Institution ist das vom „Hilfsverein der deutschen Juden" vor zwei Jahren in Jerusalem errichtete Lehrerseminar. Da fast jede noch so kleine jüdische Kolonie eine eigene Schule haben muss und auch wirklich hat, so macht sich der Lehrermangel ganz speziell in den jüdischen Kolonien drückend fühlbar. Der Verein „Esra" hat daher zur Unteihaltung von zwei aus den Kolonien stammenden Zöglingen des Seminars, welche die Absicht bekundet haben, nach Vollendung ihrer Ausbildung eine Lehrerstelle in eine der jüdischen Kolonien anzunehmen, ein Stipendium von 600 Fr es. jährlich für drei Jahre bewilligt. Im ganzen hat der Verein „Esra", in der Berichtsperiode für palästinensische Zwecke 38 530Mk bewilligt und zwar 3000 Frcs. für einen Kolonisten in der Kolonie Esra, 3000 Frcs. zur Anschaffung von Vieh in Kastinje, lOOOFrcs. für einen Kolonisten in Reehoboth, 1200 Mk. zum Bau einer Mikwah in einer der von Prof. War bürg unterstützten kleinasiatischen Kolonien, 500 Mk. für die Propagandakommission der Chowawe-Zion, 1800 Frcs. für Stipendien an Zöglinge des Lehrerseminars in Jerusalem, 2000 Mk. für den Verein „Bezalel",. 10 000 Mk. für die landwirtschaftliche Versuchsstation und 16 000 Frcs. für die Kolonie Jehudije sowie 5200 Frcs. für die Bedürfnisse von Bne Jehuda im Jahre 1905. Von diesen Summen wird der grössere Teil erst im Laufe der Jahre 1906/1907 zur Auszahlung gelangen. Unsere Mitglieder werden daraus ersehen, dass der Verein „Esra" in rationeller Weise bemüht ist, den jüdischen Auswanderern nach dem heiligen Lande zu einer selbständigen, auf eigene Arbeit begründeten Existenz zu verhelfen. Leider sind unsere Mittel immer noch zu gering, um Grosses leisten zu können. Wir hoffen jedoch, dass der Gedanke der Wiederbesiedelung Palästinas mit ackerbautreibenden Juden sich immer mehr beim jüdischen Volke Eingang verschaffen wird. Einen Blick auf unsere eigene Vergangenheit lässt uns hoffen, dass der Verein „Esra" in nicht gar zu ferner Zukunft über grössere Beträge verfügen und auf den Gang der Ereignisse in Palästina massgebenden Einfluss wird gewinnen können. Der Verein „Esra" hat von 1884—1891 (8 Jahre) 9 077,— Mk. „ 1892—1899 (8 Jahre) 42 230— „ „ 1900—1907 (8 Jahre) 76 631,— „ bewilligt. Ausserdem werden voraussichtlich noch 24 000 Mk. für die definitive- Installierung der Kolonie Bne Jehudah, hoffentlich schon im Jahre 1906, zur Auszahlung gelangen, so dass der Verein „Esra" in der dritten 8jährigen Periode seines Bestehens 100 631 Mk. gegen 51 300 in den ersten 16 Jahren ausgeben wird. Der Kassenbericht pro 1905 weist in den Einnahmen 19 479,99 Mk. auf. Ausgegeben wurden für Drucksachen und Portis 240,75 Mk., für Sekretariat und Agitation 5692,03 Mk., für die Propaganda-Kommission der Chowawe-Zion 500 Mk.,. Reisekosten nach der Kolonie Jehudije 82 Mk., Ankauf von Effekten 10 005,30 Mk.„ Bestand am 31. Dezember 1905 4901,30 Mk. Der Eflfektenbestand war am 31. Dezember 1905 31 900 Mk. Verantwortlich für den redaktionellen Teil von „Altnenland" Dr. S. Soskin, Berlin. Druck von Pass & Garleb G.m.b.H., Berlin W. 35, Steglitzerstr.il.