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Altneuland · 1906-03-01 · Heft 3 (März 1906) · p. Seite 86

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
3 (1906)
Issue
Heft 3 (März 1906)
Article
Eine neue deutsche Erwerbung in Palästina [Nachricht]
Date
1906-03-01
Page
Seite 86 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 86 — langen Kaufverhandlungen meldete heute ein Telegramm aus Nazareth: „Besitztitel von Magdala in Händen. Lendle." — Magdala ist ein Landgut von ca. 2400 Morgen ca. 7000 Dunams, das bis jetzt im Besitz eines türkischen Paschas namens Zäki Bedun war. Dasselbe liegt am nordwestlichen Ufer des Sees Genezareth in einer fruchtbaren Talmulde zwischen Tiberias und "dem alten Kaphernaum neben dem vom Deutschen Palästinaverein vor kurzem erworbenen Tabgha. Was dem Gut im an messendem Wasser armen Palästina besonderen Wert verleiht, ist der Umstand, dass sich darin mehrere Quellen befinden. Auch liegt im neuen Besitztum die Heimat von Maria Magdalena, eben der Ort Magdala, der freilich zu einem ärmlichen Fellachendorf herabgesunken ist. Noch sind darin die Ueberreste eines über dem Haus von Maria Magdalena von den Kreuzfahrern erbauten Heiligtums zu sehen. Wie kam nun dieses Gut in deutsche Hände? Bei seiner Anwesenheit in Palästina im Herbst 1904 erfuhr ein Pilger von Oberschwaben von seinem Landsmann Lendle, der schon seit 14 Jahren in Palästina, näherhin in Nazareth als Ingenieur der Custodie sich niedergelassen hatte, dass Pascha Zäki Bedun im benachbarten Magdala beabsichtige, sein schon gelegenes Landgut zu verkaufen, und es wurde der Plan gefasst, die Ländereien womöglich für deutsche Hände zu sichern. Lendle begab sich mit den Pilgern nach Deutschland, um für den Plan, der vielfach auch sympathisch aufgenommen wurde, zu werben. Nach seiner Rückkehr in den Orient wurden die Verhandlungen mit dem Pascha von Magdala fortgesetzt, während hierorts für das echt christliche und wahrhaft patriotische Unternehmen edelgesinnte Männer ins Interesse gezogen wurden, bis es möglich ward, das ansehnliche Besitztum am See Genezareth zu kaufen und also in deutsche Hände zu bringen. Ausser Sr. kgl. Hoheit, dem Fürsten Leopold von Hohenzollern und dem Präsidenten des deutschen Reichstags, Graf Ball es trem, sind die übrigen Mitglieder der Gesellschaft, an deren ' Spitze Se. Durchlaucht Carl, Fürst von Urach, Graf von Württemberg, steht, lauter Württemberger. Da der Begriff einer juristischen Person oder einer „Gesellschaft" vor dem türkischen Recht nicht besteht, musste das Gut auf eine natürliche Person übertragen werden. Bekanntlich sind mit Verkaufsverhandlungen in der Türkei zahllose Schwierigkeiten und grosse Kosten verbunden. Um nun die Hindernisse möglichst zu vereinfachen, wurde zunächst das Gut auf Lendle übertragen, der nun seit den letzten Tagen glücklich den „Besitztitel von Magdala in Händen" hat. In Bälde wird der ganze Betrieb von einem Mitglied, dem Geschäftsführer der Gesellschaft, in Augenschein genommen werden. Es ist wohl zu hoffen, dass das neue Besitztum im heiligen Lande den Grundstock für eine deutsche (schwäbische) Ansiedelung bilden wird. Noch sei erwähnt, dass die Palästinabank in Berlin, welche im Süden Deutschlands noch viel zu wenig bekannt ist, ebenfalls an dem Unternehmen beteiligt ist und dasselbe mit Rat und Tat unterstützt hat. Pilger seien besonders darauf hingewiesen, dass die genannte Bank ihre Filialen ausser in Jerusalem auch in Jaffa und Haifa besitzt. Durch die hochherzige Schenkung der Dormitio aut dem Berg Sion durch den deutschen Kaiser wendet sich die Aufmerksamkeit der Deutschen in erfreulicher Weise immer mehr dem hl. Lande zu. Gewiss wird der Zweck der kaiserlichen Schenkung dadurch gefördert, dass dort deutsche Ansiedelungen gegründet und das Deutschtum auch in Palästina gegenüber dem Vordrängen der Engländer und besonders der Russen verbreitet wird. Möge die deutsche Ansiedelung recht bald prosperieren\u

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