Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Auswärtige Ernteberichte über Produkte, die auch in Palästina erzeugt werden : Frankreichs Weinernte im Jahre 1905 [Nachricht]
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
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Mentioned entities
- Oran 1× ep/1048048
- Tunis 1× ep/1048155
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— 58 — Von der in der vorstehenden Zusammenstellung aufgeführten Einfuhrmenge Januar bis Oktober 1905 entfielen 195 000 hl auf spanische Weine, 11 000 hl auf italienische, 3 872 000 hl auf'Weine aus Algerien und 16 000 hl auf solche aus Tunis. Die Produktion von Wein aus getrockneten Weintrauben belief sich für die Periode November 1904 bis November 1905 auf 19 283 hl. Die Fabrikation von Wein durch Zusatz von Zucker und Wasser zu Trebern betrug 317 015 hl gegen 437 333 hl im Vorjahr. Die Herstellung von Nachwein zum Haustrunk wird auf 1 327 221 hl geschätzt. Die endgültige Schätzung der Weinernte Algeriens 1905 wird folgendermassen angegeben : Geeintete Bebaute Fläche M„__Ä Departements ■ Menge Algier .... 65073 4089430 Oran..... 86 322 2 855 212 Constantine . . . 16 262 795 711 Zusammen . . 167 657 7 740 353. Die türkische Seidenkultur im Jahre 1904 und im ersten Halbjahr 1905. In derselben Nr. 11/12 gaben wir eine Tabelle über die Seidenproduktion der Welt im Jahre 1904, aus der zu entnehmen war, dass Syrien und Cypern 470 000 kg Seide lieferten, d. i. nach Anatolien (Brussa) der höchste Ertrag in der Levante und in Mittelasien. Es ist gewiss von bedeutendem Interesse zu erfahren, durch welche Massnahmen es gelungen ist, die Seidenzucht in der Türkei auf solche Höhe zu bringen. Der Handelssachverständige bei dem deutschen Generalkonsulat in Konstantinopel meldet: Wohl die höchste Förderung und den grössten Aufschwung in der Türkei hat die Seidenkultur erfahren. Dies ist in allererster Reihe das Verdienst der Dette Publique, die sich dieses Erwerbszweiges seit Anfang ihres Bestehens besonders annahm und ihn auf seine heutige verhältnismässig bedeutende, für die türkische Volkswirtschaft ausserordentlich wichtige Höhe gebracht hat. Einen überzeugenden Beweis gibt die sich, allerdings in erheblichen Schwankungen, stark aufwärtsbewegende Zehnteneinnahme, die sich von 18 000 Ltq. im Jahre 1882 auf 70 000 Ltq. im Jahre 3901/02 und auf 106 118 Ltq. im Jahre 1903/04 gehoben hat. Im Jahre 1904/05 betrug sie dann freilich nur wieder 83 824 Ltq., blieb also um 21 pCt. hinter dem Vorjahr 2uiück. In letzter Zeit bemüht sich die Dette Publique, alte Seidenkulturgebiete, die durch epidemische Krankheiten des Wurmes und auch allmähliches Verwildern der Maulbeerbaumbestände verloren gegangen sind, wieder zurückzugewinnen, und zwar hat sie zu diesem Zweck beispielsweise in Meram bei Konia eine Maulbeerbaumschule angelegt, von weicher unentgeltlich junge kräftige Stämme an die Landleute abgegeben werden. Bisher sollen bereits 326 112 Stämme verteilt sein. Unter einer so sorgsamen Verwaltung dürfte die günstige Entwickelung der Seidenkultur von Bestand sein und ausser zur Vermehrung des Wohlstandes nach wie vor zur Steigerung der Einnahmen beitragen. Eine Uebersicht über die beiden Seidenkampagnen 1903 und 1904 gibt folgende Statistik: