Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Deutsche Orientbank Akt.-Ges. [Nachricht]
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 55 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 55 — Das Kapital beträgt 16 Mill. M., eingeteilt in vier Serien ä 4 Mill. M. Der erste Aufsichtsrat besteht aus Herren Eugen Gutmann, Direktor der Dresdner Bank, Vorsitzender, Geheimrat Witting, Direktor der Nationalbank für Deutschland, stellvertretender Vorsitzender, Gustav Biermann, Direktor der Aktiengesellschaft von Speyer & Co., Basel, Geheimrat Härtung, Direktor des A. Schaaffhausenschen Bankvereins, Johannes Kothe, Generaldirektor der Deutschen Levantelinie, Hamburg, Henry Nathan, Direktor der Dresdner Bank, Regierungsrat Samuel, Direktor des A. SchaafFhausenschen Bankvereins, Julius Stern, Direktor der Nationalbank für Deutschland, während die Zuwahl der Herren Otto-Lindemann in Dresden, Aug. M. Huber und Leonidas Zarifa in Konstantinopel und Stephan v. Streit, Gouverneur der Nationalbank von Griechenland in Athen, demnächst erfolgt. Zum Vorstand wurden bestellt die Herren F. Jüdeli, Herbert Gutmann, S^ Mosevius, P.Thomas. Dieneue Bank übernimmt die in Konstantinopel und Hamburg bestehenden Niederlassungen der seinerzeit unter der Aegide der Nationalbank für Deutschland gegründeten »Orientbank", die von den bisherigen Leitern, den Filialdirektoren J. Rössler und.O. Bachrach in Konstantinopel, Dr. J. Krauss in Hamburg weitergeführt werden. Die Errichtung von Zweigniederlassungen in Alexandrien und Kairo ist vorbereitet und die Bildung von Lokalkomitees in den genannten Orten vorgesehen. Zu Direktoren der Zweigniederlassung Alexandrien wurden die Herren M. Ritscher und A. Zamorani ernannt. Die ägyptisch-syrische Grenze. Die „Leipziger Neueste Nachrichten" vom 2. Februar 1906 bringen folgende für uns recht interessante Meldung: In 'Akaba, am gleichnamigen Golf des Roten Meeres — dem östlichen Endzipfel des Roten Meeres, an der Spitze des westlichen liegt Suez — ist .zwischen der Pforte und Aegypten bezw. England ein Streitfall entstanden: Der dortige türkische Kommandant Ruschdi- Pascha meldete, dass der englische Oberst der ägyptischen Truppen Ramlay-Bey mit einer starken Militäreskorte ein Lager gegenüber 'Akaba bezogen habe, um im Auftrage des Sirdars die Grenze zwischen Aegypten und Syrien festzustellen. Die Pforte beauftragte den türkischen Botschafter in London, dagegen Einspruch zu erheben, da Aegypten und Syrien integrierende Teile der Türkei seien. Nach englischer Angabe ist der türkische Bericht unrichtig. Ein ägyptischer Grenzinspektor traf einen türkischen Posten auf ägyptischem Gebiete an. Man habe die Zurückziehung des Postens und, falls bezüglich der Grenze eine Ungewissheit herrschen sollte, eine freundschaftliche Besprechung darüber verlangt. Die Pforte verweigerte die Festsetzung der Grenze. Auf türkischer Seite wird auf 'Akaba grosser Wert gelegt. Man plant, um sich bei den Truppentransporten nach Yemen von dem Suezkanal unabhängig zu machen, den Bau einer Zweiglinie von der Mekkabahn nach 'Akaba. 1905 wurde in 'Akaba ein Unterbezirk, eine Hafenpräfektur und ein Zollamt errichtet. Wahrscheinlich hat England, wie gewöhnlich in solchen Fällen, die Absicht, sich 'Akaba zu sichern, während die Bahn nach dort gebaut wird.