Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 3 (1906)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1906)
- Article
- Der Handel Palästinas [Nachricht]
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 51 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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51 - — werden, so dass man auch an die Ausführung des Baues, der für den Handel von grosser Bedeutung sein wird, bald herangehen wird. Die Verschiffungen von Getreide aus Gaza waren im verflossenen Jahre wie folgt: Man rechnete damit, dass in der Gerstensaison des Jahres 1905 2 Millionen Kilehs Gerste (etwa 245 000 quarters) geerntet werden würden, während in der Tat bereits annähernd 2 Millionen Kilehs ausgeführt wurden und noch etwa eine halbe Million Kileh für die Ausfuhr dieses Jahres verbleiben. Die Ernte war sehr reich in dem verflossenen Jahre. An Weizen wurden in der Saison etwa 200 000 Kilehs aus Gaza ausgeführt. Die Orangenernte von Jaffa entsprach nicht den Erwartungen. Statt J500 000 Kisten, auf welche gerechnet wurde, werden wohl nur etwa 300 000 Kisten Orangen zur Ausfuhr gelangt sein, und dies ungeachtet der neuen Pflanzungen von Jaffa und der Umgebung. Verschiedene Verlader von Orangen bemühten sich, eine der Dampferlinien dazu zu bewegen, dass sie die Orangen nach Liverpool zu einem ermässigten Preise mitnehmen. Es scheint, dass diese Bemühungengelungen sind, denn es verlautete, dass die Bell's Line of Asia Minor mit Ende Dezember 1905 beginnend die Orangen von Jaffa nach Liverpool zum Satze von 1 Schilling per Kiste transportieren würde, also 4 d billiger als der Frachtsatz: der Prince Line. Wetterbericht aus Palästina. Die Regenperiode hat zwar in diesem Jahre etwas spät eingesetzt, dafür aber sind die Niederschläge ausserordentlich reichlich gefallen. In Samaria konnte man Ende Dezember 1905 eine Niederschlagsmenge beobachten, wie sie sonst nicht üblich ist. Die unbedeutenden Wadis haben sich in reissende Sturzbäche verwandelt. Trotz dieses Uebermasses an Wasser standen die niedriger gelegenen Felder von Hederah nicht unter Wasser. Die Wintersaaten waren dort schon seit etwa 2—3 Wochen aufgegangen, was unseren Kolonisten einen Vorsprung" vor den benachbarten arabischen Dörfern gewährt, die um diese Zeit noch fast nichts bestellt hatten. Ebenso waren in Burdsch die Wintersaaten schon grösstenteils bestellt und auch zum Teil schon aufgegangen. In Zichron-Jacob wurden in der Zeit vom 14. bis 26. Dezember 231,5 mm Regen gemessen und das Thermometer sank einmal auf — 4° C. Merkwürdig ist es, dass die auf den Plateaus von Zichron-Jacob angepflanzten Orangenbäume unter dieser Kälte nicht gelitten hatten. Nur die Anonas verloren vollständig ihre Blätter. Neue Efsenbahnprojekte in Palästina. Den Gegenstand des Tagesgespräches bildet jetzt in Palästina die Frage der Eisenbahn Dschenin—Nabulus—Jerusalem, die bei Afüleh die Haifa-Bahn erreichen soll. Es herrschen über diesen Gegenstand zwei entgegengesetzte Anschauungen in den interessierten Kreisen. An hoher Stelle soll man dieser Linie wenig geneigt sein. Man befürchtet, dass die muslimische Welt nur mit scheelem Blick die Verwendung von frommen Spenden, die zur Erleichterung und Abkürzung des Reiseweges nach Mekka bestimmt sind, zu einem Unternehmen sehen wird, welches zum unmittelbaren Ergebnis die leichtere Zugänglichkeit der heiligen Stätten für christliche Pilger haben würde.