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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 383

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Jerusalemvereine [Nachricht]
Date
1905-11-01
Page
Seite 383 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 383 — „Sein spezielles Arbeitgebiet ist das im Tale östlich von Bethlehem auf dem. Felde der angeblichen Verkündigung der Geburt Christi liegende Dorf Beth-Sahur. -Seine Einwohner hatten sich der Verkündung des Evangeliums bis dahin verschlossen. Es waren bereits 20 Jahre früher von Bethlehem aus, wo bereits ein deutsch-evangelischer Geistlicher tätig war, Versuche gemacht worden, den Einwohnern von Beth-Sahur durch Predigt und Schulunterricht das Evangelium zu bringen; aber ohne Erfolg, weshalb die Versuche wieder aufgegeben worden waren. Sie wurden vor etwa 5 Jahren wieder aufgenommen, als einzelne Leute -aus jenem armen Volke, das zumeist dem griechisch-katholischen Bekenntnis angehört und in völliger geistiger Stumpfheit dahinlebt, den Weg in die evangelischen Gottesdienste zu Bethlehem fanden. Der daselbst wirkende Pastor Böttcher benutzte diese Anknüpfung, von Zeit zu Zeit nach Beth-Sahur zu gehen und die Verbindung mit den suchenden Seelen fester zu gestalten. Daraus ist die kleine Gemeinde auf dem Hirtenfelde entstanden. Ganz ohne Kampf sollte das hoffnungsvolle Werk allerdings nicht bleiben. Als die Griechen sahen, dass die Evangelischen solchen Zulauf hatten, hetzten sie die mohammedanischen Regierungs- •beamten auf und suchten die Schliessung der Schule, die für die Kinder von Beth-Sahur in einem geeigneten Hausgrundstück eingerichtet worden war, herbeizuführen. Mit Hilfe des deutschen Konsuls aber wrurde der Sturm glücklich überstanden. Die Gemeinde Beth-Sahur ist nun das Pflegekind des „Sächsischen Jerusalems Vereinsu geworden. Von diesem wurde zunächst ein Grundstück mit über 4000 qm angekauft, auf welches das Missionshaus zu stehen kommen soll. Die Pläne für dasselbe sind von dem deutschen Architekten Palm er in Jerusalem ausgearbeitet worden. Zunächst sollte der östliche Flügel (Schul- und Betzimmer mit Lehrerwohnung), danach der westliche gebaut werden. In der Mitte ist dann die Kapelle mit Turm gedacht. Nach dem letzten Jahresbericht des „Sächsischen Jerusalemsvereins" erforderte der Bau des Schulhauses im Rayon des Missionshauses von Beth-Sahur die Summe von 23 000 M. Da nur 7500 M. zur Verfügung standen, so mussten 15 500 M. geliehen werden. Durch das Darlehen wurde das selbständige Vorgehen des Vereins gewahrt, und es konnte das Schulhaus am 17. Januar d. Js» seiner Bestimmung übergeben werden. Die Schule wird rsehr gut besucht, und die Bewegung geht trotz der nahezu fanatischen Gegen- ►arbeit der griechischen Priester vorwärts. Für spätere Zeiten ist die Anstellung •eines sächsisch-evangelischen Geistlichen in Beth-Sahur in Aussicht genommen." Archäologisches. Die Ausgrabungen der Deutschen Orient-Gesellschaft Wir entnehmen der neuesten Nummer der „Mitteilungen" der D. O. G. ►die Darlegungen der Herren Kohl, Watzinger und Hiller über die Ergebnisse ihrer im Auftrage der Gesellschaft in diesem Frühjahr unternommenen Expedition .zur Erforschung der Synagogenruinen Galiläas. Da diese kultur- und bau- .geschichtlich wichtigen Denkmäler Palästinas leider einem schnellen Verfall unaufhaltsam entgegengehen, weil die zerstörende Kraft der Natur durch die noch schneller arbeitende, des Menschen unterstützt wird, so hat sich die Gesellschaft mit dieser Unternehmung, die Ernest Renan bereits vor mehr als 40 Jahren als eine dringende Aufgabe der Forschung bezeichnet hatte, ein neues grosses Verdienst um die Wissenschaft erworben. Wie hohe Zeit es war, dies Werk in Angriff zu nehmen, zeigt der Umstand, dass manche von anderen Reisenden noch vor wenigen Jahren an Ort und Stelle gesehenen Bauteile heute verschwunden

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