Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Article
- Die Missionstätigkeit in Beirût [Nachricht]
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 382 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 382 — von Einfluss auf den Orient. Es hat in den letzten vier Jahren jedes Jahr Schulen errichtet. Für die etwa 2000 Protestanten der Stadt befindet sich dort ein Krankenhaus des Johanniterordens und ein Waisenhaus des Kaiserswerther Diakonissenhauses. Jerusalemsvereine. Einem evangelischen Fachblatte entnehmen wir die nachfolgende eingehende Schilderung des evangelischen Missionswerkes in Jerusalem: „Die gegenwärtig in Jerusalem und anderen Teilen Palästinas vorhandenen evangelischen Anstalten gehen in ihrer Entstehung zum Teil auf den „Jerusalemsverein" zurück, andere erfreuen sich wenigstens seiner Unterstützung. „Dieser Verein besteht bereits über 50 Jahre. Er wurde am 2. Dezember 1852 in Berlin gegründet. Die kurz vorher erfolgte Entsendung einiger Kaiserswerther Diakonissinnen und eines deutschen Geistlichen nach dem Morgenlande gab die Veranlassung dazu. Nach Art des Senfkorns war seine Arbeit anfangs nur klein. Ganz wenige Zweigvereine schlössen sich ihm an. Wie aber die Aufgaben draussen wuchsen, so auch die K>äfte in der Heimat. In dem letzten Jahrzehnt sind in fast allen deutschen Landeskirchen um den „Jerusalemsverein", der seinen Sitz in Berlin und gegenwärtig zum Vorsitzenden den Präses der preussischen Generalsynode Dr. theol. Graf von Zieten-Schwerin hat, Hilfsvereine entstanden. Die Arbeit, die von ihnen gemeinsam betrieben wird, ist sehr mannigfaltig. Zuerst war man darauf bedacht, im Morgenlande evangelische deutsche Kirchengemeinden zu gründen, die man als Stützpunkte für die künftige Missionstätigkeit unter Andersgläubigen benutzen wollte. Viele dieser Gemeinden, von deuen nur die in Jaffa, Haifa (am Kanne!) und Bethlehem erwähnt sein sollen, sind seitdem selbständig geworden. Für die evangelische Kirche in Jalfa, welche am 22. Mai d. J. geweiht wurde, stiftete das deutsche Kaiserpaar, das für den „Jerusalemsverein" ein lebhaftes Interesse zeigt, die Glocken, das württembergische Königspaar die Turmuhr, und zu den Kosten des Baues trug der evangelische Kirchenbau verein bei. „In Verbindung mit den selbständig gewordenen Gemeinden entstand eine ganze Reihe deutsch-evangelischer Anstalten, welche teils der Kindererziehung, teils der Krankenpflege gewidmet sind, so das vom „Vater44 Schneller begründete Syrische Waisenhaus in Jerusalem, das zur Aufnahme armenischer Kinder bestimmte Waisenhaus in Bethlehem, an dessen Weihe am 30. Oktober 1898 die deutsche Kaiserin teilnahm, ferner das von der Brüdergemeinde unterhaltene Aus sätzigen-Asyl „Jesushilfe" und die Mädchen-Erziehungsanstalt „Thalita-Kumi". Ein denkwürdiger Tag war für den „Jerusalemsverein" der bereits erwähnte 30. Oktober 1898. An diesem' Sonntage betrat nach der Weihe des armenischen Waisenhauses in Bethlehem und dem darauffolgenden Gottesdienste die deutsche Kaiserin, welche damals ihren hohen Gemahl auf dessen Jerusalemsreise begleitete, die Plattform vor der Kirche, um dem Vorsitzenden des „JerusalemsVereins" ihre Entschliessung kundzugeben, das Protektorat über den genannten Verein zu übernehmen." Der „Sächsische Jerusalemsverein", welcher am Anfang des Jahres 1896 zu Dresden gegründet wurde und gegenwärtig unter der Leitung des Oberpfarrers Dr. Wetzel-Bischofswerda, eines gründlichen Kenners des heiligen Landes, steht, bildet einen Zweigverein des „Jerusalemsverems".