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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 381

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Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Einiges über die Konservenindustrie : die amerikanische Konservenindustrie [Nachricht]
Date
1905-11-01
Page
Seite 381 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 381 — Neben der Tätigkeit der Herstellung von Konserven ging die Erfindung neuer Maschinen und neuer Konservierungsverfahren einher. Es wurden fast alle Nahrungsmittel des Haushaltes in Konserven form gebracht. Dies führte zu besonderen Industriezweigen, die durch Gewinnung, Herstellung usw. der in Betracht kommenden Materialien mit der Konservenindustrie in Beziehung traten- So wurden z. B. 3000 Fischereifahrzeuge, 25 000 Fischer und 2000 Austernboote mit 20 000 Mann Besatzung an der Küste des Atlantischen Ozeans von den Konservenfabriken beschäftigt. Die Lachskonservenfabriken an der Küste des Stillen Ozeans bilden einen der bedeutendsten amerikanischen Industriezweige. Verwertung der Früchte des Maulbeerbaumes.*) Da die Früchte des Maulbeerbaumes in den meisten Fällen unbeachtet bleiben, wurde durch Versuche festgestellt, inwieweit sich dieselben zum Konservieren eignen. Verwendet wurden die Früchte der schwarzen Maulbeere. Da das Aroma derselben nur in gut reifem Zustande der Früchte genügend hervortritt, so muss mit der Ernte gewartet werden, bis dieselben eine tiefdunkle Farbe aufweisen. Das Pflücken muss recht sorgfältig ausgeführt werden, damit die Früchte nicht durch Druck leiden. Als Gefässe können sowohl Gläser, als auch Dosen und Krüge verwendet werden. Das Einfüllen hat recht behutsam zu erfolgen; doch muss durch vorsichtiges Rütteln dafür gesorgt werden, dass sich, die Früchte setzen und die Gefässe genügend angefüllt werden. Nach dem Aufgiessen der Zuckerlösung und dem Schliessen der Gefässe wurde der Iahalt zehn Minuten lang gekocht. Die Früchte haben sich recht gut erhalten und wenig an natürlicher Form eingebüsst. Sie wiesen bei der Kostprobe eine braunrote Farbe auf, doch wurde dieselbe durch die tief dunkelrote Farbe des Saftes verdeckt. Der Geschmack war ein recht angenehmer und dürfte allgemein zusagen; beim Essen macht sich nur der feste Blütenboden als Ueberbleibsel etwas unangenehmbemerkbar. Bei Verwendung zu starker Zuckerlösungen ist der Geschmack zu fade und die erfrischende Säure der Maulbeeren kommt nicht zur Geltung. Am geeignetsten ist ein Zuckerzusatz von 1—l1^ Pfund auf 1 1 Wasser. Wenn die Maulbeere auch keine Frucht ist, die im industriellen Betriebe zur Konservierung in grösseren Mengen Verwendung finden wird, so sollte man doch auf die Verwertung derselben, wo sie zu haben ist, in Zukunft mehr Gewicht legen. Die Ernte wird leider dadurch wesentlich erschwert, dass die Früchte sehr unregelmässig reifen. Die Missionstätigkeit in Beirut Für den Wettstreit der verschiedenen christlichen Konfessionen im Orient bildet Beirut ein charakteristisches Beispiel. Nach dem „Chemnitzer Tageblatt" hat daselbst eine Jesuiten - Universität 60 Professoren und 600 Studenten, darunter 575 Eingeborene, vier Elementarschulen mit 1700 Schülern, sonstige Schulen, Kirchen, Internate und Pensionate und lässt sich die Sache jährlich 850 000 Fr es. kosten. Amerika ist ähnlich gross in Beirut vertreten. Es besitzt u. a. eine Universität, die der französischen gleichkommt, eine Mädchenschule und eine Elementarschule. England hat in Beirut sechs Missionsunternehmungen,, und ebenso beteiligt sich Russland energisch am Wettbeweib um den Gewinn ') Aus dem Jahresbericht der Königl. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim a. Rh.

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