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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 379

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Auswärtige Ernteberichte über Produkte, die auch in Palästina erzeugt werden : der russische Weinbau im Jahr 1904 [Nachricht]
Date
1905-11-01
Page
Seite 379 (sequence 2)
Language
German
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— 379 — schlechte Weinernte. Im Gebiet Kars haben die nach dem 4. April aufgetretenen Fröste vollständig die Ernte vernichtet. Eine mittlere Ernte geringer Qualität, wodurch die Preise für Trauben und für Wein sehr herabgingen, hatte man im Gouvernement Eriwan, wo die Ernte infolge der häufigen Morgenfröste und der starken Trockenheit im Laufe des ganzen Sommers gelitten hatte. Unter mittel war auch die Weinernte im Gouvernement Baku und im Dongebiet. Im Frühling befanden sich die meisten Weinberge in den genannten Gouvernements in beriedigendem Zustande, das Wachstum der Triebe jedoch verzögerte sich durch die andauernde Trockenheit, und die angesetzten Weinbeeren fielen verdorrt ab. Eine mittlere und gute Ernte erzielte man nur in einzelnen wenigen Gouvernements. Im Gouvernement Podolien begannen die Weinstöcke trotz des rauhen trockenen Winters im Frühling sich gut zu entwickeln, blühten und lieferten eine mittlere Ernte. Im Gouvernement Taurien im Kieise Jalta erzielte man auch eine vollkommen befriedigende Ernte sowohl der Menge als auch der Qualität nach. Gut kann auch die Ernte in einigen Kreisen der Gouvernements Tiflis, Kutais und Jelissawetpol genannt werden, wo die Weinberge übrigens unter Mehltau gelitten hatten. Ferner ergaben noch das Gebiet Dagestan und das Gouvernement Astrachan eine quantitativ und qualitativ gute Ernte. Eine ausserordentlich reiche Weinernte wies das Terekgebiet auf, besonders der Bezirk Kisljar. Eine reiche Ernte wilder Trauben, welche im Oktober gut reif wurden, ergab das Süd-Ussuri- Gebiet, wo infolge reicher Ernteerträge ein neuer Industriezweig entstanden ist; es haben sich nämlich Unternehmer gefunden, welche Wein aus den dortigen Trauben bereiten und dem Weinprodukt den ebenfalls daselbst gewonnenen Honig zusetzen. Reblauserkrankungen wurden besonders stark im Gouvernement Bessarabien bemerkt, wo ganz bedeutende Flächen von Weinbergen vollständig verödet standen. Namentlich haben die Kreise Kischinew und Orgejew darunter gelitten; in den Kreisen Ismail, Akkerman, Bjelzy und anderen war die Reblaus nicht so verbreitet. Die Wiederherstellung der zerstörten Weinberge durch amerikanische Wildlinge ging sehr langsam von statten und fand besonders flaue Verbreitung unter den Bauern, die von Jahr zu Jahr immer mehr infolge der allgemeinen ungünstigen Wirtschaftsbedingungen herunter kommen. Auch in Mingrelien war die Reblaus sehr verbreitet, wo sie viele Weingärten vernichtete. Viele Weinbergbesitzer gehen dort, sowie auch in Imeretien zu anderen Kulturen über. Pilzkrankheiten, Mehltau und weisse Fäule verursachten den Weinbauern wesentlichen Schaden in den Gouvernements Tiflis und Kutais. Seidenproduktion der Welt im Jahre 1904. Das Syndikat der Lyoner Seidenhändler hat kürzlich eine vorläufige Statistik über die Seidenproduktion der Welt im Jahre 1904 veröffentlicht. Hiernach bezifferte sich die Weltproduktion für Rohseide (grege) 1904 auf 20 268 000 kg und erreichte hiermit den höchsten bisher ermittelten Stand, Die Menge von 20 Millionen ist vordem noch niemals produziert worden, die höchste Ziffer war die für das Jahr 1901, nämlich 19 229 000 kg. Die Zunahme ist vorzugsweise auf die günstigen Ergebnisse der italienischen Ernte, dann auch auf die wachsende Ausfuhr aus Japan zurückzuführen. Dagegen zeigen die Produktionsländer in der Levante für das Jahr 1904 einen nicht unwesentlichen Rückgang. Die näheren Angaben sind aus nachstehender Zusammenstellung ersichtlich:

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