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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 377

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Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Auswärtige Ernteberichte über Produkte, die auch in Palästina erzeugt werden [Nachricht]
Date
1905-11-01
Page
Seite 377 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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- 377 — Kolonien produziert werden In erster Linie sind es Berichte über die Weinernte, die unser besonderes Interesse beanspruchen. Dann kommen für uns auch die Berichte über die Produktion von Feigen, Rosinen, Oliven, Seide, Datteln in Betracht. Zu einer richtigen Beurteilung der Absatzmöglichkeiten der erzeugten Produkte gehört unbedingt die Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse anderer dasselbe Produkt liefernden Länder. Die Aussichten für die Rosinen- und Feigenernte in der Türkei. Nach einem Bericht des amerikanischen Konsuls in Smyrna sind die Aussichten für die diesjährige Rosinenernte in der Türkei günstig. Verglichen mit •dem Jahre 1904, welches 34 000 Tonnen Sultaninen und 6500 Tonnen rote Rosinen ergab, wird der Ertrag für 1905 auf 48 000 bis 53 000 Tonnen Sultaninen und 8500 bis 9500 Tonnen rote Rosinen geschätzt. Bei der schnellen Ausbreitung der Anpflanzung von Weinstöcken und mit Rücksicht darauf, dass der Ertrag an Sultaninen in der Saison 1903 beinahe 65 000 Tonnen erreichte, kann das Ergebnis der gegenwärtigen Saison als ein gut durchschnittliches betrachtet werden. Die leztjährigen Vorräte sind sehr gelichtet. Man schätzt den im Lande verbliebenen Rest auf kaum 1500 Tonnen, von denen der grössere Teil minderwertige und schlechte Ware darstellt, die lediglich zu Destillationszwecken Verwendung rinden könnte. Im verflossenen Jahre betrug dagegen der von der 1903er Ernte zurückgebliebene Vorrat 10 000 Tonnen. Da der Regen die Rosinenwie auch die Feigenernte hinsichtlich der Qualität beeinträchtigte, so dürfte dies auf die Preisgestaltung nicht ohne Einfluss bleiben. Die Quantität wurde durch denselben nicht berührt. Etwa Ys der Feigenernte wurde von der „Bassara"-kraukheit befallen. Da Spanien nur eine kleine Rosinenernte erwartet, die Fruchternte in Europa diesmal im allgemeinen überhaupt kleiner ist, auch die kalifornische Rosinenernte um 25 % geringer ist, so dürfte der Preis etwas höher sein, als man nach dem ■diesjährigen Ertrag erwartet hatte. Wein-, Oliven- und Dattelernte in Tunis 1904. Der Weinbau hat im Jahre 1904 in der Regentschaft Tunis wieder um ca. 1500 ha gegen das Vorjahr zugenommen und umfasst jetzt eine Anbaufläche von 15 773 ha. Trotz dieses Zuwachses ist aber infolge der ungünstigen Wirkung, welche der Sirocco und die aussergewöhnliche Hitze im Mai und Juni auf die Entwickelung der Reben ausübten, im Jahre 1904 kaum mehr Wein gewonnen worden als im Vorjahre. Das Ergebnis wird für die ganze Regentschaft auf höchstens 300 000 hl geschätzt. Dazu kommt, dass der Wein an Farbe und Alkoholgehalt vielfach zu wünschen übrig Hess. Infolgedessen fand der tunesische Wein nur schwer einen Markt, zumal da auch das Hauptabsatzgebiet Frankreich selbst eine reiche Weinernte gehabt hatte. Der Preis überstieg nicht 8 bis 10 Franken pro Hektoliter. Das meiste blieb im Lande. Nach Frankreich gingen 106 716 hl im Werte von 1 654 070 Franken und an Likörweinen 9725 hl im Werte von 250 535 Franken. Nach England gingen 158 hl für 3529 Franken, nach Deutschland nur 23 hl für 356 Franken. Die Olivenernte des Jahrgangs 1903/04 war, wie dies regelmässig nach einem guten Jahr einzutreten pflegt, eine geringere als im Vorjahre. Im Norden war der Ertrag etwas über mittel, aber schwach im Sahel und in der Gegend

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