Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1905)
- Article
- Haifa (Syrien)
- Date
- 1905-11-01
- Page
- Seite 367 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 367 r Die 24 deutschen Schiffe, die die Häfen, von Haifa und Akka anliefen, gehörten-der Hamburger Deutschen Levante-Linie an. Die. meisten löschten Eisenbahnmaterial und wurden von dort .aus mit Wein oder Getreide wieder befrachtet. ■.. Die regelmässigen Postdampfschiffe, des Oesterreichischen Lloyd, der Khedivial Mail Steamship and Graving Dock Company Limited und der Navigazione •Generale Italiana behielten im letzten Jahr ihre bisherigen Fahrpläne bei. Die Levante als Kapitalanlagemarkt Das „Konstantinopeler Handelsblatt", Organ für Handel, Finanzen, Industrie und Verkehr in der Levante, bringt folgende lesenswerte Aeusserungen über die Möglichkeiten für Kapitalanlagen in der Levante. Die Levante ist seit Jahren der Gegenstand steigenden Interesses seitens der europäischen Industriestaaten; sie alle verdoppeln ihre Bemühungen, sich hier ein Absatzgebiet für ihre Erzeugnisse zu sichern, und legen ihre Kapitalien in Eisenbahnen, Fabriken, Banken und Staatsanleihen an. Dieser rege Eifer, dieser Wettkampf um die levantinischen Märkte, an dem sich sogar die Amerikaner beteiligen, ist der beste Beweis dafür, dass man Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft des Landes hat. Heute allerdings ist dieses noch vielfach unerschlossen, ■aber es besitzt alle Vorbedingungen, um einst eine grosse Rolle in der Weltwirtschaft zu spielen. Der Boden ist fruchtbar, stellenweise sogar noch jungfräulich, und eignet sich, vermöge seiner Ausdehnung über viele Breitengrade, für die mannigfachsten Kulturen, darunter auch subtropische, wie die der Baumwolle; ausgedehnte Weiden ermöglichen die Viehzucht im grossen, und das Erdinnere ist reich an Mineral schätzen aller Art. Alle diese Gaben, welche die Natur in so verschwenderischer Fülle über diese Landstriche ausgeschüttet hat, liegen zum grössten Teil noch unbehoben •da. Was frühere Geschlechter für die wirtschaftliche Erschliessung getan haben, ist vielfach in den Stürmen der Zeit wieder zugrunde gegangen, und nur verfallene Ruinen und trockene Bewässerungskanäle geben uns Kunde von dem Wohlstand, der einst hier herrschte. Die Gegenwart ist indes eifrig bemüht, die Versäumnisse nachzuholen. Vor allem fehlt es hier-an Kapital und Arbeitskraft. Die Anlage von Verkehrswegen, in erster Linie von Eisenbahnen, ohne welche sich keine Volkswirtschaft entwickeln kann, die Hebung der Bodenschätze, die Anlage gewerblicher und industrieller Betriebe, die Verbesserung der Anbaumethode usw. erfordern viel Kapital. Da das Land es selbst nicht besitzt, muss es seine Zuflucht zu fremdem nehmen, und dieses-strömte auch so reichlich herbei, dass in verhältnismässig kurzer Zeit ein ausgedehntes Eisenbahnnetz geschaffen und eine ganze grosse Anzahl verschiedener anderer Unternehmungen ins Leben gerufen werden konnte. Der Kapitalbedarf des Landes ist aber bei weitem noch nicht befriedigt, noch ungezählte Millionen fänden lohnende Anlage. Der europäische Geldmarkt wird auch diese noch liefern; das ist sicher, dagegen wird er sich mit der Befriedigung des Kapitalsbedürfnisses der Bauern nicht abgeben wollen. Der levantinische Landwirt bestellt sein Feld heute hoch gera;de so wie zu der Urväter Zeiten, und nur äusserst gering sind die" Fortschritte, die sich' in der landwirt" ASchäfüichen Tecnnik-vollziehen. Heute,- bei der ■ grossen " Konkurrenz Amerikas und Indiens, kommt der Landwirt mit seinem -althergebrachten Gerät nicht mehr "iätis, er bedarf" moderner- Geräte und ^Maschinen. Er iniiss ' auch; an seinem Boden -^l^'tföratio'n'enVornehmem< - künstliche^ Düngern it'teV verwenden, <kurz, er müss